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Ideen für die Zukunft: Ausstellung zeigt neue Konzepte fürs Kloster Frauenzell

BRENNBERG. Die Zukunft des ehemaligen Klosters Frauenzell nimmt Gestalt an – zumindest auf dem Papier. Architekturstudierende der OTH Regensburg haben innovative Konzepte für eine nachhaltige Nachnutzung der historischen Anlage in der Gemeinde Brennberg entwickelt. Die Ergebnisse sind aktuell in der ehemaligen Klosterbibliothek zu sehen – und stoßen auf großes Interesse.

Die Klosteranlage prägt den Ort Frauenzell seit Jahrhunderten, doch ein umfassendes Nutzungskonzept fehlt bis heute. „Was macht man mit dem Kloster?“ – diese Frage begleitet das Gebäude laut Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl bereits seit der Säkularisation um 1800. Zwar gibt es einzelne Nutzungen wie Wohnungen, kirchliche Räume oder Veranstaltungen, doch eine langfristige Perspektive fehlt bislang.

Von Brauerei bis Bildungsort: kreative und realistische Ansätze

Von links nach rechts: Kreisheimatpfleger Dr. Thomas Feuerer, Pfarrer Florian Rein, Prof. Dr. Carina Braun, Vizepräsidentin der OTH Regensburg, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Marion Macht, Bürgermeisterin der Gemeinde Brennberg, Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Vizepräsident der TH Deggendorf, Prof. Dr. Andreas Roider, Universität Regensburg, Prof. Anne Beer, Projektleiterin, Simon Wölzlein, Student, Irmgard Sauerer, ehemalige Bürgermeisterin, Anna Schütz, Studentin, Landtagsabgeordneter Patrick Grossmann sowie Prof. Dr. Wolfgang Herrmann, Präsident Emeritus der TU München.
Fotos: Bezirk Oberpfalz / Anna Heidenreich

Im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Architektin Prof. Anne Beer haben Studierende im vergangenen Sommersemester vielfältige Ideen entwickelt. Ausgangspunkt war das EU-geförderte Projekt „REliHE – Religious Heritage in Rural Areas“, an dem sich der Bezirk Oberpfalz seit 2024 beteiligt.

Die Konzepte reichen von einem Dorfladen mit Wochenmarkt über eine Brauerei bis hin zu einer solidarischen Landwirtschaft im Klostergarten. Auch ein sogenanntes „Reallabor“ ist denkbar: Hier könnten traditionelle Handwerkstechniken praktisch vermittelt und gleichzeitig zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes genutzt werden.

Ein besonders visionärer Ansatz ist das Projekt „Refugium Mentis“. Es sieht vor, das Kloster als Außenstandort für Hochschulen wie die Universität Regensburg oder die Technische Universität München zu nutzen – kombiniert mit Wohnraum und einem Café im Klostergarten.

Vorbilder zeigen: Entwicklung braucht Zeit und Engagement

Dass solche Konzepte funktionieren können, zeigen Beispiele aus Bayern. So betreibt die Technische Universität München bereits seit 2016 ein Akademiezentrum im ehemaligen Kloster Raitenhaslach bei Burghausen. Auch die Technische Hochschule Deggendorf plant einen Standort im Kloster Metten.

Bei der Ausstellungseröffnung berichtete Prof. Dr. Wolfgang Herrmann, Präsident Emeritus der TU München, von den Herausforderungen und Chancen solcher Projekte. Entscheidend sei vor allem die Haltung der Verantwortlichen und das Bewusstsein für den Wert historischer Bausubstanz.

Ausstellung noch bis 17. Mai geöffnet

Die Ausstellung in der ehemaligen Klosterbibliothek ist noch bis zum 17. Mai täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Sie bietet nicht nur spannende Einblicke in die Arbeit der Studierenden, sondern auch eine fundierte Grundlage für die Diskussion über die Zukunft des Klosters Frauenzell.