Landkreis Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Feuerwehr und Rettungsdienst trainieren gemeinsam den Ernstfall

Lehrgang stärkt Zusammenarbeit und rettet im Zweifel Leben

NEUHAUS. Feuerwehr und Rettungsdienst müssen im Einsatzfall reibungslos zusammenarbeiten. Damit das gelingt, ist es entscheidend, die Abläufe und Anforderungen der jeweils anderen Organisation zu kennen. Genau hier setzte der Lehrgang „Qualifizierte Erste Hilfe im Feuerwehrdienst“ an, der im Feuerwehrhaus Neuhaus stattfand.

Insgesamt 20 Teilnehmer aus den Feuerwehren Etzenricht, Georgenberg-Neuenhammer, Luhe, Neuhaus, Oberwildenau, Speinshart, Störnstein und Windischeschenbach nahmen an der intensiven Schulung teil. Ziel war es, grundlegende medizinische Kenntnisse zu vermitteln und gleichzeitig das Verständnis für die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst zu vertiefen.

Ausbilder mit doppelter Erfahrung

Geleitet wurde der Lehrgang von Kreisfeuerwehrarzt Rüdiger Hettler. Unterstützt wurde er von Alexandra Kummer, Patrick Jung, Stefan Radies, Felix Müller und Johannes Windschiegl. Besonders wertvoll: Alle Ausbilder sind sowohl im Rettungsdienst als auch bei der Feuerwehr aktiv und konnten so praxisnah aus beiden Perspektiven berichten.

Zum Auftakt begrüßten Hettler, Kreisbrandmeister Dominik Lang sowie Neuhaus-Kommandant Fabian Zetzl die Teilnehmer. In den theoretischen Einheiten ging es unter anderem um das Auffinden von verletzten Personen, Eigenschutz, Bewusstseinsstörungen sowie die Versorgung von Verletzungen und Vergiftungen. Auch Einblicke in die Arbeit des Notarztes bei Verkehrsunfällen wurden gegeben – insbesondere, was dieser von der Feuerwehr erwartet und wie die Versorgung nach dem Abtransport der Patienten weitergeht.

Praxisnahes Training mit moderner Technik

Am zweiten Tag stand die praktische Ausbildung im Mittelpunkt. In Kleingruppen trainierten die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen verschiedene Rettungstechniken. Dazu gehörten unter anderem das Abnehmen von Motorradhelmen, das Anlegen einer Halskrause sowie die patientenschonende Rettung aus Fahrzeugen – sowohl ohne Hilfsmittel als auch mit speziellen Systemen wie dem KED.

Auch der Transport von Verletzten mit Tragetuch, Schaufeltrage, Vakuummatratze oder Spineboard wurde geübt. Weitere Stationen widmeten sich der Versorgung schwerer Verletzungen, dem Einsatz von Tourniquets sowie der Ruhigstellung von Knochenbrüchen.

Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf lebensrettenden Maßnahmen: Die stabile Seitenlage, die Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Einsatz eines automatischen externen Defibrillators (AED) wurden intensiv trainiert. Ziel war es vor allem, Hemmungen im Umgang mit den Geräten abzubauen.

Realistische Einsatzszenarien als Höhepunkt

Zum Abschluss mussten die Teilnehmer ihr Können in realitätsnah inszenierten Notfallszenarien unter Beweis stellen. Dabei zeigte sich, wie wichtig klare Strukturen und eine funktionierende Teamführung sind. In einer Übung gelang es, eine Reanimation über 15 Minuten aufrechtzuerhalten, bis Notarzt und Rettungsdienst eintrafen.

Eine gemeinsame Abschlussbesprechung rundete den Lehrgang ab. Kreisfeuerwehrarzt Rüdiger Hettler dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement sowie dem Ausbilderteam für die praxisnahe Vermittlung. Ein besonderer Dank ging auch an die Feuerwehr Neuhaus für die Organisation und Verpflegung.

Mit der Ausgabe der Lehrgangszeugnisse endete die Veranstaltung – und hinterließ bestens geschulte Einsatzkräfte, die im Ernstfall noch effektiver helfen können.

Fotos: Kreisbrandinspektion Neustadt an der Waldnaab