Unwetter und Waldbrände: Feuerwehren im Landkreis Schwandorf am Limit
SCHWANDORF. Unwetter und Waldbrände: Feuerwehren im Landkreis Schwandorf am Limit. Die heftigen Gewitter am Wochenende haben die Einsatzkräfte im Landkreis Schwandorf erneut stark gefordert. Zahlreiche umgestürzte Bäume, beschädigte Stromleitungen und weitere Sturmschäden sorgten für ein hohes Einsatzaufkommen. Aufgrund der Vielzahl gleichzeitig eingehender Notrufe musste sogar die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) im Landratsamt Schwandorf aktiviert werden.
Die Gewitterfront zog am Samstag über die Region hinweg und hinterließ vielerorts Schäden. Insgesamt koordinierte die Kreiseinsatzzentrale 29 Einsätze. Die Feuerwehren rückten unter anderem zu umgestürzten Bäumen auf Straßen, beschädigten Gebäuden und Gefahrenstellen an Stromleitungen aus. Teilweise wurden auch Kräfte des Technischen Hilfswerks hinzugezogen.

Während die Einsatzkräfte die Schadensstellen im Landkreis abarbeiteten, liefen in der Kreiseinsatzzentrale alle Informationen zusammen. Dort wurden eingehende Meldungen bewertet, priorisiert und den zuständigen Feuerwehren zugewiesen. Ziel war es, die Integrierte Leitstelle zu entlasten und die verfügbaren Kräfte möglichst effizient einzusetzen.
Unwetter sorgten in der gesamten Oberpfalz für Schäden
Nicht nur im Landkreis Schwandorf hatten Feuerwehr und Polizei alle Hände voll zu tun. Auch in anderen Teilen der Oberpfalz führten Sturmböen zu zahlreichen Einsätzen. Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr, vereinzelt wurden Strommasten beschädigt. Die Einsatzkräfte mussten zahlreiche Gefahrenstellen absichern. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden dabei keine Menschen verletzt.
Die Unwetter markierten den vorläufigen Höhepunkt eines ohnehin außergewöhnlichen Einsatzmonats.
Mai 2026 mit Rekordbelastung für die Feuerwehren
Bereits vor den aktuellen Unwettereinsätzen hatten die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf im Mai eine außergewöhnliche Zahl an Alarmierungen zu bewältigen. Insgesamt wurden 593 Einsätze registriert.
Darunter befanden sich:
- 255 Brandeinsätze
- 240 Technische Hilfeleistungen
- 78 sonstige Einsätze
- 17 Sicherheitswachen
- 3 ABC-Einsätze
Besonders auffällig ist die hohe Zahl der Brände. Allein 83 Waldbrände und 20 Vegetations- beziehungsweise Freiflächenbrände wurden registriert. Hinzu kamen unter anderem ein Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen sowie ein größerer Brand in einem Industriebetrieb.
Nach Einschätzung der Kreisbrandinspektion haben die anhaltende Trockenheit, hohe Temperaturen und die zunehmenden Wetterextreme maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen.
Appell an die Bevölkerung
Kreisbrandrat Christian Demleitner dankte den zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren Einsatz. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie schnell sich Wetterlagen verändern und welche Folgen Trockenheit, Hitze und schwere Gewitter für die Region haben können.
Die Kreisbrandinspektion appelliert deshalb an die Bevölkerung, insbesondere in Wald- und Vegetationsgebieten aufmerksam zu sein. Bereits kleine Rauchentwicklungen sollten umgehend über den Notruf 112 gemeldet werden.
Denn gerade in trockenen Sommermonaten kann eine frühzeitige Alarmierung entscheidend sein, um größere Brände und Schäden zu verhindern.

