Mit Knicker in der Tracht: Tradition trifft auf strenge Regeln
WACKERSDORF. Ein Zwischenfall auf dem Gautrachenfest in Wackersdorf zeigt, wie schnell Tradition und moderne Sicherheitsvorgaben aufeinandertreffen können. Beamte der Polizeiinspektion Schwandorf beobachteten eine Auseinandersetzung zwischen einem 66-jährigen Mann und einer Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes.
Auslöser des Streits: Der Mann wollte sein Messer mit ins Festzelt nehmen – ein sogenannter „Knicker“, wie er häufig zur Tracht getragen wird. Solche Messer sind tief in der Tradition verwurzelt. Oft besitzen sie kunstvoll verzierte Griffe, etwa aus einem Rehlauf gefertigt, und gelten nicht nur als jagdliches Werkzeug, sondern auch als Bestandteil traditioneller Kleidung.
Viele Volksfeste haben selbst ihren Ursprung in solchen Bräuchen und werden bis heute von ihnen geprägt. Fälle, in denen von Trachtenträgern mit solchen Messern tatsächliche Gewalt ausgegangen wäre, sind bislang nicht bekannt.
Dennoch gilt: Seit 2024 ist das Mitführen von Messern bei Veranstaltungen grundsätzlich untersagt – unabhängig von Herkunft oder Bedeutung. Auch der Sicherheitsdienst vor Ort ist an diese Vorgaben gebunden und muss sie konsequent durchsetzen.
Der Mann zeigte sich gegenüber den Einsatzkräften unkooperativ. Zur Klärung seiner Identität musste kurzzeitig unmittelbarer Zwang angewandt werden. Im Anschluss beleidigte er einen Polizeibeamten. Gegen ihn wird nun ermittelt, zudem erhielt er einen Platzverweis.
Am Ende bleibt ein Spannungsfeld zwischen gelebter Tradition und klaren Sicherheitsregeln – mit wenig Spielraum für Ausnahmen.

