Transporter völlig überladen

VOHENSTRAUẞ: Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Weiden kontrollierte am Donnertagabend auf der A 6 bei Vohenstrauß einen Iveco Daily . Beim näheren Hinsehen konnten die Beamten ihren Augen kaum trauen: Der Wagen war um mehr als das Doppelte überladen.

Laut Zulassungsbescheinigung hat der Klein-Lkw ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm, bei einem Leergewicht von 2780 Kilogramm. Auf einer Fahrzeugwaage konnte bei der Verwiegung ein tatsächliches Gesamtgewicht von 7.560 Kilogramm festgestellt werden. Dies entspricht einer Überladung von rund 115 Prozent. Nach einer Umladung und nochmaligen Verwiegung ergab im Anschluss das tatsächliche Leergewicht des gegenständigen Fahrzeuges 4.030 Kg. Da der 35-jährigen Fahrer lediglich im Besitz der Fahrerlaubisklasse B war, wurde ihm die Weiterfahrt. Ihm war die Überladung offensichtlich bewusst, da in seinem Ladepapier auch das Gewicht der Ladung von 3.690 Kilogramm vermerkt war.

Bei dem kontrollierten Klein-LKW handelt es sich um Fahrzeug, welches laut Hersteller ein zugelassenes Gesamtgewicht von 6.500 Kg besitzt.  Da jedoch kaum ein Mitarbeiter der Firma die nötige Fahrerlaubnis aufweist, hatte diese das Fahrzeug kurzerhand auf 3500 Kilogramm ablasten lassen. Durch dieses Ablasten erspart sich die Firma die Kosten für den Erwerb einer höherwertigen Fahrerlaubnisklasse inklusive der Berufskraftfahrerqualifikation für ihre Fahrer, den Einbau eines digitalen EG-Kontrollgerätes sowie weitere Erlaubnisse und Genehmigungen im Bereich der gewerblichen Güterbeförderung. Da sich der Unternehmer hier einen Wettbewerbsvorteil zum Nachteil anderer Transportunternehmen sowie anderen Ausbildungsstätten verschafft, erwartet nicht nur den Fahrer ein Bußgeld wegen der Überladung, sondern auch den Unternehmer wegen verschiedener Verstöße im Bereich von mehreren tausend Euro.