Kultur und MedienLandkreis TirschenreuthOberpfalz

Klanggewalt und große Emotionen: Orgelkonzert begeistert das Geburtstagspublikum

ERBENDORF. Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Erbendorf war am Sonntagabend gut gefüllt: Zahlreiche Besucher wollten sich das besondere Orgelkonzert nicht entgehen lassen. Auf der historischen Voit-Orgel spielte Martin Sturm – und sorgte für ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Musik mit Bezug zur Region

Im Mittelpunkt des Abends standen Variationen und Improvisationen über das Werk „Waldeinsamkeit“ von Max Reger. Der Komponist hat selbst als junger Musiker in Erbendorf gewirkt – ein Umstand, der dem Konzert eine ganz besondere Bedeutung verlieh.

Die Musik Regers passt perfekt zur Orgel: Das Instrument ist klanglich stark in der Romantik verwurzelt und bringt genau die Wärme, Tiefe und Wucht mit, die diese Werke brauchen. Mal ganz leise und fein, dann wieder kraftvoll und raumfüllend – Sturm nutzte die Möglichkeiten der Orgel voll aus.

Neben den Variationen sorgten auch das Capriccio „vom lieblichen Vogelgesang“ und eine Metamorphose für abwechslungsreiche Klangbilder, bei denen die vielen Register der Orgel eindrucksvoll zur Geltung kamen.

Orgel mit besonderer Geschichte

Die Voit-Orgel hat eine bewegte Vergangenheit: Ursprünglich stand sie im Kurhaus in Baden-Baden und wurde dort bereits im April 1916 feierlich eingeweiht. In diesem Jahr feiert das Instrument somit seinen 110. Geburtstag.

Über mehrere Stationen fand die Orgel schließlich ihren Weg nach Erbendorf, wo sie seit rund drei Jahren nicht nur die Gottesdienste bereichert, sondern auch das kulturelle Leben der ganzen Region.

Optisch zeigt sich die Orgel hinter dem barocken Prospekt, den schon Reger zu seiner Zeit vor Augen hatte. Im Inneren steckt jedoch die große Konzertsaalorgel aus seiner Epoche – eine Kombination, die in dieser Form einmalig ist.

Technik macht das Konzert erlebbar

Damit alle Besucher das Spiel des Organisten verfolgen konnten, wurde im Kirchenschiff eine große Leinwand aufgebaut. Per Videoübertragung war Martin Sturm am Spieltisch zu sehen – und damit auch, wie aufwendig und präzise die vielen Register der Orgel bedient werden.

Gerade dort wurde sichtbar, wie viele Möglichkeiten das Instrument bietet und wie fein der Organist die Klänge steuert.

Besondere Gäste und starke Worte

Unter den Gästen war auch Orgelbauer Hans-Georg Vleugels mit seiner Gattin, der eigens zum Geburtstagskonzert angereist war. Für ihn dürfte der Abend ebenfalls etwas Besonderes gewesen sein.

Zu Beginn begrüßte Stadtpfarrer Martin Besold die Besucher. Er sprach davon, dass die Voit-Orgel in Erbendorf quasi „wieder auferstanden“ sei – passend zur nachösterlichen Zeit.

Große Begeisterung im Publikum

Das Publikum zeigte sich dankbar und zufrieden: nach dem letzten Ton gab es stehende Ovationen.