Unternehmen halten zur Oberpfalz – doch die Standortbedingungen bekommen schlechtere Noten
78 Prozent der befragten Betriebe würden sich erneut in der Region ansiedeln. Eine vbw-Umfrage zeigt zugleich Kritik an Bürokratie und Energiekosten sowie schwächere Investitionspläne.
REGENSBURG/MÜNCHEN. Die meisten Unternehmen stehen weiterhin hinter dem Standort Oberpfalz. 78 Prozent der befragten Betriebe würden sich erneut in der Region ansiedeln. Allerdings ist diese Standortloyalität gegenüber dem Vorjahr gesunken. Auch die allgemeine Standortqualität wird etwas schlechter bewertet. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die IW Consult seit 2013 jährlich im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft durchführt.
Auf einer Skala von null bis 100 Punkten erreicht die Oberpfalz bei der allgemeinen Standortqualität 72,6 Punkte. Das sind 1,3 Punkte weniger als 2025. Damit liegt die Region weiterhin knapp über dem bayerischen Durchschnitt von 72,5 Punkten.
vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sieht im Bekenntnis der Unternehmen zur Oberpfalz ein wichtiges Signal. Zugleich warnt er davor, die Probleme zu unterschätzen: Die Standortbedingungen hätten langfristig deutlich an Qualität verloren. Um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern, müssten die Rahmenbedingungen wieder attraktiver werden.
Bürokratie erhält die Note 5,0
Neben der allgemeinen Standortqualität bewerteten die Unternehmen einzelne Bedingungen mit Schulnoten. Abgefragt wurden die Bereiche Personal und Fachkräfte, allgemeine Infrastruktur, Innovationsumfeld, Energie und Rohstoffe sowie staatliches Verwaltungshandeln.
Besonders schlecht schneidet der bürokratische Aufwand im Arbeitsumfeld ab: Dafür vergeben die befragten Oberpfälzer Unternehmen die Note 5,0. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine weitere Verschlechterung um 0,1 Notenpunkte.
„Die überbordende Bürokratie ist und bleibt das größte Standortrisiko, das bestätigt unsere Studie erneut“, erklärt Brossardt.
Auch die Bewertung von Energie und Rohstoffen fällt schlechter aus. Die Note verschlechterte sich um 0,4 auf 3,8. Die vbw fordert deshalb schnelle Entlastungen bei den Strompreisen.
Etwas bessere Bewertungen erhielten dagegen das Innovationsumfeld und die allgemeine Infrastruktur. Beide Bereiche verbesserten sich um jeweils 0,1 Notenpunkte. Das Innovationsumfeld erreicht damit die Note 3,0, die Infrastruktur die Note 3,2.
Unternehmen planen zurückhaltender mit Investitionen
Auch bei den Investitionsperspektiven zeichnet die Umfrage ein verhaltenes Bild. Nach Angaben der vbw planen die Unternehmen in der Oberpfalz bis 2028 geringere Investitionen. Besonders deutlich falle die Zurückhaltung bei Investitionen aus, mit denen Maschinen und Anlagen erweitert werden sollen.
Brossardt warnt vor den Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit: „Wir müssen die anhaltende Investitionsschwäche überwinden, sonst verlieren wir noch weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit.“
Forderungen an Bund, Freistaat und EU
Als wichtigste Aufgaben der Politik nennen die befragten Unternehmen niedrigere Bürokratiekosten und einfachere Genehmigungsverfahren. Hinzu kommen wettbewerbsfähige Energiepreise und eine leistungsfähige Infrastruktur.
Die vbw sieht dabei vor allem die Bundesregierung in der Verantwortung. Angekündigte Entlastungen müssten schnell bei den Unternehmen ankommen. Dazu zählt der Wirtschaftsverband auch eine Senkung der Stromsteuer für die gesamte Wirtschaft.
Von der Europäischen Union fordert Brossardt mehr Tempo beim Bürokratieabbau. Auch der Freistaat müsse seine Bemühungen fortsetzen und die öffentliche Verwaltung stärker digitalisieren und vereinfachen.
Die Ergebnisse geben die Einschätzungen der befragten Unternehmen wieder. Angaben zur Zahl der Teilnehmer und zur Zusammensetzung der Stichprobe enthält die Pressemitteilung nicht.
Foto: Die Kreisstadt Cham am Regen in der Oberpfalz aus der Vogelperspektive, ADOBE Stock
Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.

