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Pferd „Djarfur“ stürzt beim Kuhweiher Böschung hinab

Von Michael Denz

KEMNATH. Zur „Großtierrettung“ war die Feuerwehr der Stadt Kemnath am Montagabend beim „Kuhweiher“ im Einsatz: Beim Ausreiten stürzte Pferd „Djarfur“ die Böschung neben dem Damm des Kuhweihers hinab. Es folgte eine nicht alltägliche Rettungsaktion – mit gutem Ausgang.

Aufwendige Rettung am Weiherdamm

Auch für die Einsatzkräfte der Kemnather Feuerwehr war die „Großtierrettung“ am nördlichen Damm des „Neuen Kuhweihers“ nahe Eisersdorf bei Kemnath (Lkr. Tirschenreuth) am Montagabend nicht alltäglich. Beim Ausreiten kam es zu einem Reitunfall, der letztlich ein gutes Ende nahm.

„Beim Reiten im Trab knickte das Pferd mit der Vorderhand ein, ich stürzte nach vorne und fiel vom Pferd ab“, beschreibt Alexandra Busch, Besitzerin und Reiterin des isländischen Pferdes „Djarfur“, im Gespräch wenige Tage danach den Unfall, bei dem ihr Pferd mehrere Meter eine steile Böschung hinabstürzte. Mit dabei hatte Busch ein nach ihren Worten „Handpferd“, das sie beim Ausreiten ihres Pferdes an einer Leine mitgeführt hatte.

Zwar hatte die Reiterin ihr Pferd „noch in den Zügeln“, doch es stürzte „und rollte die Böschung hinab“. Zügig habe Busch den Sattel entfernt, doch „mit jedem Aufstehversuch des Pferdes geriet es weiter in Rückenlage und weiter hangabwärts“. Schnell war klar, dass ohne weitere Hilfe „Djarfur“ nicht mehr von selbst auf die Beine kommen würde.

Hilfe über Umweg organisiert

Letztlich musste Hilfe herbeigeholt werden. Ihr „Handpferd“ leistete dabei wertvolle Unterstützung: „Da ich kein Handy bei mir hatte, legte ich den Sattel auf das mitgeführte Pferd und ritt zum Stall zurück, wo ich schließlich Hilfe holen konnte“, so Busch.

„Die Einstellerfamilie Prößl vom Steinwaldhof kam unverzüglich mit zur Unglücksstelle“, erzählt Alexandra Busch dankend. Letztlich drängte jedoch die Zeit, denn das Pferd befand sich in einer misslichen Lage. Der Notruf wurde abgesetzt und die Feuerwehr Kemnath wurde am Montag, 13. April 2026, um 21:11 Uhr zur „Großtierrettung“ alarmiert.

22 Feuerwehrleute im Einsatz

„Vor Ort stellte sich die Lage so dar, dass ein Pferd an einer Baumgruppe an einer steilen Böschung mehrere Meter unterhalb des Weiherdamms lag“, beschreibt Zugführer Florian Braunreuther die erste Lage vor Ort.

Unter der Leitung der Zugführer Florian Braunreuther und Michael Denz arbeiteten die angerückten 22 Feuerwehrleute Hand in Hand. Zum Einsatz kamen zahlreiche Rundschlingen, Seile und auch die Drehleiter. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war der Arbeitsbereich sehr beengt, zudem waren die Wege für die Einsatzfahrzeuge nicht überall befestigt. Wegen der Dunkelheit wurde die Unfallstelle weiträumig ausgeleuchtet.

Auch eine Veterinärin aus Allersdorf bei Bindlach kam zur Unglücksstelle geeilt. Als Vorteil erwies sich zudem, dass einige der beteiligten Feuerwehrleute Erfahrung im Umgang mit Tieren hatten.

Drehleiter bringt „Djarfur“ zurück auf die Beine

Mit breiten Rundschlingen und Gurten wurde das Pferd von der Kemnather Feuerwehr die Böschung hinaufgezogen. Nach einer ersten Untersuchung durch die Tierärztin, als das Pferd auf dem Weg lag, wurde „Djarfur“ anschließend mit der Drehleiter angehoben und auf die Beine gestellt.

„Mit zwei kleinen Spritzen, welche Frau Dr. Andrea Hellauer meinem Pferd verabreichte, war bei meinem Pferd sprichwörtlich der Schalter umgelegt und es hatte wieder Energie“, berichtet Alexandra Busch rückblickend.

Glimpflicher Ausgang für 35-jähriges Tier

„Djarfur“ ist ein isländisches Wort und bedeutet „kühn“ und „mutig“: „Und das bewies mein fast 35 Jahre altes Pferd sehr tapfer“, so die Besitzerin. „Bis auf eine kleine Schramme über dem Auge blieb mein Pferd unverletzt.“

Die zwischenzeitlichen Überlegungen, das Tier direkt vom Weiherdamm abtransportieren zu müssen, konnten schnell verworfen werden: „Djarfur“ konnte selbstständig bis zum herbeigeholten Pferdeanhänger laufen. Auch das sei keineswegs selbstverständlich nach einem solchen Ereignis. Als „ausnahmebraves Tier“ habe die Tierärztin das Pferd beschrieben, berichtet Busch.

Die Erleichterung wenige Tage nach dem nicht alltäglichen Unfall ist groß. Im Gespräch mit der Pferdebesitzerin wird deutlich, wie emotional und tragisch, zugleich aber aufgrund des guten Ausgangs auch erfreulich die Situation war. „Nun bin ich froh und dankbar, dass alles glimpflich vorüberging.“ Auch den Einsatzkräften der Feuerwehr Kemnath, die nach ihren Worten