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Trotz Millioneninvestition: Wieder Blaualgen im Eixendorfer See

Der neue Entnahmeturm unterstützt die Schichtung des Wassers. Doch das Blaualgenproblem bleibt bestehen. Wie viel die Anlage zur Verbesserung beiträgt, ist noch nicht abschließend geklärt.

NEUNBURG VORM WALD. Knapp zehn Millionen Euro hat der neue Entnahmeturm am Eixendorfer See nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums gekostet. Ein wesentliches Ziel: weniger Blaualgen und eine bessere Wasserqualität. Doch auch 2026 traten Ende August wieder Blaualgen auf. Die Millioneninvestition hat das Problem bislang nicht gelöst.

Beim „Runden Tisch Eixendorfer See“ standen dennoch zunächst die positiven Beobachtungen im Mittelpunkt: Bis in die erste Augusthälfte sei das Wasser außergewöhnlich klar und algenfrei gewesen. Erste Messwerte zeigen nach Angaben der Wasserwirtschaft, dass der Entnahmeturm die Temperaturschichtung im See stabilisiert.

Das ist ein ermutigendes Zwischenergebnis. Ein belastbarer Nachweis, welchen Anteil die Anlage am klareren Wasser hatte, steht allerdings noch aus.

Der Turm verändert die Wasserentnahme – die Nährstoffe bleiben ein Problem

Der Entnahmeturm soll in den Sommermonaten Wasser aus den oberen Schichten ableiten. Dadurch soll eine stabile Schichtung entstehen, ähnlich wie in einem natürlichen See. Das soll helfen, das Blaualgenwachstum einzudämmen. Bereits bei der Einweihung 2024 war ausdrücklich von einer Verringerung der Blaualgen die Rede, nicht von ihrer vollständigen Beseitigung.

Nach Angaben der Fachleute funktioniert die Stabilisierung der Schichtung. Allerdings begünstigten auch die ausgebliebenen Regenereignisse im Sommerhalbjahr diese Entwicklung. Zudem gab es nach Angaben der Regierung keine sommerlichen Starkniederschläge mit nennenswerten Boden- und Nährstoffeinträgen in den See.

Damit bleibt eine entscheidende Frage offen: Wie bewährt sich die Anlage in einem Sommer mit anderen Wetterbedingungen?

„Die Investition hat sich gelohnt“ – dafür ist die Bilanz noch offen

Neunburgs Zweiter Bürgermeister Harald Klatzka bewertete die Entwicklung positiv. Der See sei bis in die erste Augusthälfte noch nie so klar und algenfrei gewesen wie in diesem Jahr. Er führte dies auf den Entnahmeturm zurück und erklärte, die Investition habe sich gelohnt. Zugleich verwies er auf die ausstehende wissenschaftliche Auswertung.

Horst Schmid, Leiter des Umweltbereichs der Regierung der Oberpfalz, bremste eine vorschnelle Erfolgsbilanz. Es sei verfrüht, das klare Wasser angesichts der Besonderheiten des Jahres allein dem Entnahmeturm zuzuschreiben. Auch andere Gewässer hätten sich 2026 klar und sauber gezeigt.

Dass die Technik die Schichtung beeinflusst, bedeutet also noch nicht, dass ihr Nutzen gegen Blaualgen bereits abschließend belegt ist. Ende August kehrten diese trotz der günstigen Bedingungen zurück.

Die umfangreichen Messdaten sollen in den kommenden Monaten ausgewertet werden. Ergebnisse werden beim Runden Tisch 2027 vorgestellt.

Ohne weniger Nährstoffeinträge keine dauerhafte Lösung

Die Wasserqualität wird nach Angaben der Regierung überwiegend vom Einzugsgebiet beeinflusst. Kommunen berichteten über Investitionen in die Abwasserreinigung und einen verbesserten Nährstoffrückhalt. Weitere Maßnahmen sollen folgen.

Auch Bodenabtrag von landwirtschaftlichen Flächen soll verringert werden. Dazu gab es Beratungen und Planungen im Rahmen des Programms „bodenändig“. Beim Runden Tisch wurde angeregt, entsprechende Maßnahmen im Seeumfeld möglichst umzusetzen.

Der Entnahmeturm ersetzt diese Arbeit nicht. Wer die Wasserqualität dauerhaft verbessern will, muss deshalb auch zeigen, welche Maßnahmen außerhalb des Sees tatsächlich umgesetzt werden.

Niedriger Wasserstand ist ein anderes Problem

Zusätzlich sank der Wasserspiegel im Sommer um mehr als fünf Meter. Die alte Straße des versunkenen Dorfes Eixendorf ist inzwischen wieder sichtbar.

Dieser Rückgang hängt mit der Trockenheit und der verstärkten Wasserabgabe zusammen: Die Talsperre stützt in niederschlagsarmen Zeiten die Wasserführung der Schwarzach und damit auch der Naab. Der niedrige Pegel ist deshalb für sich genommen kein Beleg gegen die Wirksamkeit des Entnahmeturms.

Die bisherige Bilanz bleibt dennoch ernüchternd: viel Geld investiert, erste positive Messwerte – und erneut Blaualgen. Ob die Anlage das Problem über mehrere Sommer hinweg deutlich verringert, muss die weitere Untersuchung erst zeigen.

Gemeinsam für einen intakten Eixendorfer See: Beim Runden Tisch in Neunburg vorm Wald tauschten sich Fachleute aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Kommunen und Verbänden über die Wasserqualität, den neuen Entnahmeturm und die Folgen der anhaltenden Trockenheit.
Foto: Regierung der Oberpfalz

Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.