Laserwaffe für die Bundeswehr: Vertrag für neues Hochenergie-System unterzeichnet
Koblenz. Die Bundeswehr treibt die Entwicklung moderner Laserwaffen voran. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat einen Vertrag mit den Unternehmen MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition zur Entwicklung eines Hochenergielaserwaffensystems (HLWS) unterzeichnet. Die neue Technologie soll künftig vor allem Drohnen sowie Luft-, See- und Bodenziele bekämpfen.
Erste Laserwaffe für die Bundeswehr
Nach Angaben des BAAINBw handelt es sich um die erste Laserwaffe, die speziell für die Bundeswehr entwickelt und beschafft wird. Zunächst soll das System auf einem Marineschiff eingesetzt werden. Langfristig soll die Technologie auch als Grundlage für weitere Laserwaffen auf See und an Land dienen.
Laserwaffen wirken durch einen gebündelten Hochenergielaser, der auf einen bestimmten Punkt des Ziels gerichtet wird. Die dabei entstehende Hitze kann Materialien schmelzen, Strukturen beschädigen oder elektronische Systeme außer Gefecht setzen.
Vorteile gegenüber Raketen

Als Vorteile nennt die Bundeswehr insbesondere die hohe Präzision, die nahezu verzugsfreie Wirkung sowie vergleichsweise geringe Einsatzkosten. Während der Abschuss moderner Lenkflugkörper häufig mehrere Hunderttausend Euro kostet, benötigt ein Lasersystem lediglich die dafür erforderliche Energieversorgung.
BAAINBw-Präsidentin Annette Lehnigk-Emden erklärte, Laserwaffen hätten das Potenzial, insbesondere bei der Abwehr von Drohnen und komplexen Bedrohungsszenarien eine wichtige Rolle einzunehmen.
Erprobung bereits erfolgreich abgeschlossen
Die Grundlagen für das neue System wurden bereits seit 2018 geschaffen. Ein Demonstrator mit der Bezeichnung HoWiSM wurde zwischen 2022 und 2023 auf der Fregatte SACHSEN unter realen Einsatzbedingungen getestet. Dabei legte das Schiff mehr als 28.000 Seemeilen zurück und absolvierte über 100 erfolgreiche Testschüsse.
Die Ausrüstung eines Marineschiffes mit dem einsatzfähigen Hochenergielaserwaffensystem ist nach derzeitiger Planung für das Jahr 2029 vorgesehen.

