International gesuchter Schleuser nach Deutschland überstellt
WEIDEN. Ein jahrelang gesuchter Hauptbeschuldigter im Bereich der organisierten Schleuserkriminalität ist am Montag nach Deutschland überstellt worden. Der Fahndungserfolg ist das Ergebnis intensiver internationaler Zusammenarbeit unter Federführung der Staatsanwaltschaft Weiden und der Bundespolizeiinspektion Waidhaus.
Dem Mann wird vorgeworfen, in insgesamt 45 Fällen bandenmäßig Ausländer eingeschleust zu haben. Dabei soll er Migranten bewusst lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt haben. Nach bisherigen Erkenntnissen war er an der Einschleusung von 829 Personen beteiligt, von denen 580 identifiziert werden konnten.
Festnahme im Libanon – Auslieferung genehmigt
Bereits am 14. September 2021 hatte das Amtsgericht Weiden Untersuchungshaft angeordnet. Grundlage war eine internationale Fahndung mittels sogenannter „Red Notice“. Zielfahnder der Bundespolizei konnten den Beschuldigten schließlich im Libanon lokalisieren. Im August 2025 wurde er dort festgenommen.
Die Auslieferung nach Deutschland wurde durch den libanesischen Präsidenten Joseph Khalil Aoun persönlich genehmigt. Am 20. April erfolgte die Überstellung über den Flughafen Frankfurt am Main. Von dort wurde der Mann nach Weiden in der Oberpfalz gebracht und einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.
Weit verzweigtes Schleusernetzwerk zerschlagen
Den Ermittlungen lag ein umfangreicher internationaler Komplex zugrunde. Deutsche und rumänische Behörden deckten gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern ein weit verzweigtes Netzwerk auf. Dieses organisierte Transporte von Migranten aus dem Nahen Osten über Südosteuropa bis nach Westeuropa – häufig unter gefährlichen Bedingungen in Lastkraftwagen.
Mehr als 30 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, mehrere Beteiligte wurden bereits in verschiedenen europäischen Ländern festgenommen und verurteilt.
Signal im Kampf gegen Schleuserkriminalität
Laut Staatsanwaltschaft zeigt der Fall deutlich, dass organisierte Schleuserkriminalität nur durch enge internationale Kooperation wirksam bekämpft werden kann. Die erfolgreiche Überstellung des Hauptbeschuldigten gilt als bedeutender Schritt im Verfahren und als klares Signal für konsequente Strafverfolgung.
Die Ermittlungen wurden maßgeblich von der Bundespolizeiinspektion Waidhaus vorangetrieben. Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Behörden soll auch künftig weiter intensiviert werden.

