Herrmann spricht von „Brandanschlägen“ auf Münchner Rüstungs- und Sicherheitsfirmen
Zwei Verdächtige nach Brandsatz-Attacke festgenommen – Politischer Hintergrund vermutet – Aiwanger fordert mehr Schutz für Unternehmen
MÜNCHEN. Nach der nächtlichen Brandattacke in München verschärft sich die politische Bewertung des Vorfalls. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht inzwischen von „Brandanschlägen“. Ziel seien Gebäude oder Baustellen gewesen, die unmittelbar Rüstungs- und Sicherheitsfirmen in München zuzurechnen seien. Nach Einschätzung des Innenministers ist von einem politischen Hintergrund der Straftaten auszugehen.
In der Nacht auf Donnerstag, 3. September, hatte gegen Mitternacht ein Zeuge die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums München alarmiert. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes sollen in der Mühldorfstraße mehrere Brandsätze aus einem Auto heraus vor einen Gebäudekomplex geworfen worden sein.
Mindestens einer der Brandsätze entzündete sich. Polizeibeamte konnten das Feuer jedoch schnell löschen, sodass nach Angaben der Ermittler kein nennenswerter Schaden entstand. Ein weiterer Brandsatz setzte nicht um und wurde von Spezialisten der Technischen Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes entschärft.
Zwei Verdächtige an Tankstelle festgenommen
Im Zuge der Fahndung nahm die Polizei an einer Tankstelle am Innsbrucker Ring eine 28 Jahre alte Frau und einen 38 Jahre alten Mann fest. Beide besitzen die bulgarische Staatsangehörigkeit. Ob und in welcher Form sie mit der Attacke in Verbindung stehen, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann, haben das Bayerische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München mit der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen übernommen.
In unmittelbarer Nähe des Tatorts befinden sich mehrere Unternehmen aus dem Rüstungs- und Sicherheitsbereich. Welches Unternehmen konkret Ziel der Attacke gewesen sein könnte, wurde von den Ermittlungsbehörden zunächst nicht genannt. Medienberichten zufolge befindet sich die betroffene Baustelle vor der Zentrale des Technologieunternehmens Rohde & Schwarz. Das Unternehmen bestätigte einen Polizei- und Feuerwehreinsatz, erklärte jedoch, das eigene Betriebsgelände sei nicht betroffen.
Aiwanger: „Feiger Angriff auf Bayerns Wirtschaft“
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger reagierte am Donnerstag auf den Vorfall. Er bezeichnete die Attacke als „feigen Angriff auf Bayerns Wirtschaft“.
„Wir müssen uns der Realität stellen, dass feige Angriffe auf deutsche Unternehmen und Infrastruktur zunehmen“, erklärte Aiwanger. Es sei nicht das erste Mal, dass ein Technologieunternehmen mit Nähe zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ins Visier gerate. Daraus ergäben sich zusätzliche und kostspielige Sicherheitsmaßnahmen.
Von der Bundesregierung fordert der Wirtschaftsminister zudem mehr Rechtssicherheit für besonders gefährdete Unternehmen, etwa bei Maßnahmen zur Drohnenabwehr im Falle eines Angriffs auf Firmeneinrichtungen.
Erleichtert zeigte sich Aiwanger darüber, dass kein größerer Schaden entstanden ist. Gleichzeitig lobte er die schnelle Reaktion der Polizei und den Fahndungserfolg. Mit Blick auf den zweiten Brandsatz, der nicht zündete, sagte der Wirtschaftsminister: „Wir dürfen uns aber nicht auf die Unfähigkeit der Täter verlassen.“
Die Ermittlungen zu Motiv, Ziel und möglichen Hintergründen der nächtlichen Attacke dauern an.
Transparenzhinweis: Grundlage dieses Berichts waren unter anderem Pressemitteilungen des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie aktuelle öffentlich zugängliche Informationen. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.

