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Brandursache Funkenflug – Drei Verletzte

SCHWARZENBACH. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften, war erforderlich um ein Großfeuer in Schwarzenbach bei Pressath (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) unter Kontrolle zu bringen. Erst nach etwa zehn Stunden gelang es das rasch um sich greifende Feuer weitgehendst unter Kontrolle zu bringen. Eine erste Bilanz ist ernüchternd, drei Leichtverletzte und ein Schaden in Millionenhöhe.

Am Montagvormittag erledigten zwei Handwerker im Auftrag einer in dort ansässigen Firma Demontagearbeiten an einer seit längerer Zeit stillgelegten Farbfilteranlage. Unter anderem erfolgten Arbeiten mit einem Trennschleifer. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei Eschenbach ist nicht auszuschließen, dass dabei ein Funkenflug noch vorhandene Staubpartikel in Brand gesetzt hat. Die beiden Handwerker versuchten anfänglich noch selbst das eher kleine Feuer unter Kontrolle zu bringen. Wenig später kam es dann zu einer Verpuffung. Das Feuer griff schnell um sich und setzte letztendlich den relativ großen Gebäudekomplex nach und nach in Brand. Bereits beim Eintreffen der ersten Feuerwehren schlugen Flammen aus dem Dach. Was anfänglich mit etwa 150 Einsatzkräften begann bezifferte am Höhepunkt des Einsatzgeschehens einen Kräfteansatz von etwa 350 Helfern.

Diese setzten sich überwiegend aus Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Neustadt/WN zusammen. Es wurden immer wieder weitere Kräfte nachalarmiert.

Neben Notärzten, mehreren BRK-Einheiten, Polizei war auch das THW aus Weiden vor Ort. Letztere waren mit einem Fachberater Bau vor Ort, der den Einsatzkräften Unterstützung hinsichtlich der Statik des Gebäudes gab. Einst diente das Fabrikgebäude einem Möbelhersteller. Aktuell war es an zahlreiche Untermieter verpachtet.

Glücklicherweise gab es keine größeren Personenschäden. Eine 25-Jährige musste wegen einer Rauchintoxikation behandelt werden, als sie versuchte aus einem Anbau ihre Kleintiere in Sicherheit zu bringen. Zudem verletzte sich ein dort befindlicher Lkw Fahrer als er wegen der Verpuffung aus dem Führerhaus sprang und sich dabei verletzte. Einsatzkräfte kamen nicht zu Schaden.

Ein Feuerwehrmann zog sich im Einsatz eine Handgelenksverletzung zu.

Das Hauptgebäude umfasst etwa 100 mal 28 Meter. Auch ein am Ende der ursprünglichen Fabrikationshalle angebauter Querbau mit etwa 35 mal 15 Meter wurde nahezu total zerstört oder erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Problematisch waren die immer wieder auflodernden Flammen. Auch die enorme Rauchentwicklung machte den Einsatzkräften zu schaffen und signalisierte aus weiter Entfernung das Ausmaß. Da anfänglich der Wind in Richtung Ortschaft wehte wurden die Bewohner von Schwarzenbach durch die Polizei gewarnt ihre Fenster zu schließen oder geschlossen zu halten.

Alle Feuerwehren kämpften nahezu bis zur Erschöpfung. Am Ende waren neben zahlreichen Atemschutzträgern auch vier Drehleiter im Einsatz. Um ein angrenzendes Wohngebäude vor den Flammen zu schützen, erfolgte der Einsatz eines Abbruchbaggers. Diese öffnete mit seinem langen Ausleger das Dach, um den Feuerwehren einen besseren Angriff in der Brandbekämpfung zu ermöglichen. Die komplette Landkreisführung der Feuerwehr war vor Ort und leitete mit der Ortsfeuerwehr den Einsatz. Die Ortsfeuerwehr Schwarzenbach blieb die gesamte Nacht mit Kräften vor Ort und hielt Brandwache. Auch aktuell müssen immer wieder kleine Feuer gelöscht werden. Die Feuerwehr verdient einmal mehr große Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz von Mannschaft und Gerät.

Aktuell geht die Polizei Eschenbach eher von einer fahrlässigen Brandstiftung aus. Weitere Ermittlungen sind dazu jedoch noch erforderlich und werden auch in andere Richtungen erfolgen. Dazu wird die Kriminalpolizei Weiden heute noch mit einem Brandermittler unterstützen.

Die Einschätzung der Schadenshöhe gestaltet sich dahin noch schwierig, da bislang die Polizei Eschenbach noch keine Übersicht hat, was sich in den Hallen befand. Jedoch kann nach einer vorsichtigen Schätzung von etwa zwei Millionen Euro ausgegangen werden.