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Aiwanger fordert Entlastung für Bayerns Glasindustrie

Erster bayerischer Glasgipfel bringt Unternehmen, Wissenschaft und Politik in Landshut zusammen

LANDSHUT. Hohe Energiepreise, steigende CO₂-Kosten und wachsender internationaler Wettbewerbsdruck setzen der bayerischen Glasindustrie zu. Um die Branche stärker zu vernetzen und über politische sowie wirtschaftliche Lösungsansätze zu beraten, hat Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den ersten bayerischen Glasgipfel einberufen.

Unternehmer, Wissenschaftler und Vertreter staatlicher Einrichtungen diskutierten am Montag in Landshut über die Zukunft der energieintensiven Branche. Neben den hohen Energiekosten belasteten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums auch Bürokratie, Steuern und aggressive Wettbewerbsmethoden ausländischer Anbieter die heimischen Unternehmen.

Aiwanger verlangt Stopp der CO₂-Bepreisung

Aiwanger forderte von der Bundesregierung und der Europäischen Union deutliche Entlastungen. „Der Glasgipfel soll der gesamten Glasindustrie in Bayern Rückenwind geben“, sagte der Wirtschaftsminister.

Die Branche müsse auch künftig Arbeitsplätze, industrielle Wertschöpfung und handwerkliche Tradition sichern können. Gleichzeitig sei Glas für zahlreiche Hightech-Anwendungen unverzichtbar. Deutschland und Europa dürften sich dabei nicht vollständig von Importen abhängig machen.

„Deshalb müssen wir bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, um der Branche unter die Arme zu greifen“, erklärte Aiwanger. Berlin und Brüssel müssten aus seiner Sicht jene Preisbestandteile reduzieren, auf die sie unmittelbar Einfluss hätten. Der Minister forderte: „Schluss mit CO₂-Bepreisung und Stromsteuer.“

Glasindustrie verliert Umsatz und Arbeitsplätze

Die deutsche Glasindustrie zählt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 400 Unternehmen mit etwa 51.000 Beschäftigten. Die Produktion ist besonders energieintensiv: Glas wird rund um die Uhr bei Temperaturen von bis zu 1.600 Grad Celsius geschmolzen. Die dafür benötigten Schmelzwannen können aus technischen Gründen nicht kurzfristig abgeschaltet werden.

In den vergangenen Jahren musste die Branche deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Im Jahr 2024 sank der Umsatz deutschlandweit um 8,3 Prozent auf 11,26 Milliarden Euro. 2025 folgte ein weiteres Minus von 4,8 Prozent auf rund 10,7 Milliarden Euro.

Auch in Bayern ging der Umsatz der Glasverarbeiter im Jahr 2025 um etwa sechs Prozent zurück. Die Unternehmen erwirtschafteten noch rund 1,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Beschäftigten ebenfalls um sechs Prozent auf etwa 7.500.

Milliardeninvestitionen für klimaneutrale Produktion

Zusätzlich zum wirtschaftlichen Druck steht die Glasindustrie vor dem Umbau hin zu einer klimaneutralen Produktion. Nach Angaben des Ministeriums stammen derzeit noch 77 Prozent des Endenergiebedarfs der Branche aus Erdgas.

Für die Umstellung auf klimaneutrale Produktionsverfahren werden Investitionen von bis zu 5,6 Milliarden Euro veranschlagt. Gleichzeitig erhöht der europäische Emissionshandel durch steigende CO₂-Preise den finanziellen Druck auf die Unternehmen.

Aiwanger sieht dennoch Chancen für die heimischen Hersteller. Glas werde zunehmend in der Medizintechnik, der Mikroelektronik und weiteren Hightech-Bereichen eingesetzt. Dort spielten Qualität und sichere Lieferketten eine besonders wichtige Rolle.

Auch traditionelle Glashersteller könnten durch technische Innovationen effizienter produzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere innovationsstarke bayerische Glasindustrie den Sprung in die Zukunft schaffen wird“, erklärte der Minister.

Unterstützt wird die Branche unter anderem durch das vom Wirtschaftsministerium gegründete Netzwerk „Glas 2.0“ mit Sitz in Zwiesel. Es soll Unternehmen mit Informationen und Netzwerkveranstaltungen begleiten.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Mitte) begutachtete beim ersten bayerischen Glasgipfel gemeinsam mit Herbert Unnasch (links), Geschäftsführer der Gründerwerkstatt Glas Zwiesel, und dem stellvertretenden Regener Landrat Andreas Eckl Ausstellungsstücke aus der Glasbranche. Foto: StMWi/K. Huber

Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.