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Wenn kleine Flugzeuge über den Wäldern kreisen: Die Luftrettungsstaffel hält aus der Luft nach Bränden Ausschau

WEIDEN-LATSCH/SCHMIDGADEN. Die Feuerwehren in der Oberpfalz befinden sich angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit derzeit nahezu im Dauereinsatz. Immer wieder müssen sie zu Vegetations- und Waldbränden ausrücken. Doch nicht jeder Brand wird zuerst vom Boden aus entdeckt. Oft sind es die Besatzungen der Luftrettungsstaffel Bayern, die den entscheidenden Hinweis geben und damit wertvolle Minuten gewinnen.

Wer in diesen Tagen ein einmotoriges Flugzeug in geringer Höhe über einem Waldgebiet kreisen sieht, beobachtet mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Rundflug. Vielmehr könnte es sich um eine Maschine der Luftrettungsstaffel Bayern handeln, die im Auftrag der Regierung der Oberpfalz auf Waldbrandüberwachung unterwegs ist.

Ehrenamtliche Piloten schützen Bayerns Wälder

Die Luftrettungsstaffel Bayern besteht bereits seit 1968 und ist seit 1973 fester Bestandteil des bayerischen Katastrophenschutzes. Das Besondere: Sämtliche Piloten engagieren sich ehrenamtlich und stellen gemeinsam mit den beteiligten Luftsportvereinen ihre Flugzeuge für Einsätze zur Verfügung. Neben der Waldbrandüberwachung kommen sie unter anderem bei Hochwasserlagen, der Suche nach vermissten Personen oder bei anderen Katastrophenschutzaufgaben zum Einsatz.

Bayernweit stehen dafür mehr als 300 ehrenamtliche Piloten, rund 150 Flugzeuge sowie fünf Hubschrauber an zahlreichen Stützpunkten bereit.

Fünf Stützpunkte überwachen die Oberpfalz

Auch die Oberpfalz verfügt über ein dichtes Netz an Einsatzstandorten. Von den Flugplätzen Schmidgaden, Weiden-Latsch, Cham-Janahof, Regenstauf-Oberhub und Neumarkt i.d.OPf. starten derzeit die Beobachtungsflüge.

Aufgrund der extremen Waldbrandgefahr hat die Regierung der Oberpfalz die Luftbeobachtung vom 26. bis 28. Juni angeordnet. Geflogen wird jeweils in den besonders kritischen Nachmittags- und Abendstunden zwischen 13 und 14 Uhr sowie 18 und 19 Uhr. Die Maschinen decken dabei nahezu die gesamte Oberpfalz mit festgelegten Flugrouten ab.

Brandherde früh erkennen

An Bord sitzt neben dem ehrenamtlichen Piloten stets ein speziell ausgebildeter Luftbeobachter. Dabei handelt es sich meist um erfahrene Feuerwehrkräfte oder Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörden beziehungsweise der Forstverwaltung.

Ihre Aufgabe besteht darin, Rauchentwicklungen möglichst früh zu erkennen. Wird ein Brand entdeckt, erfolgt die Alarmierung der Integrierten Leitstelle unmittelbar per Digitalfunk. Gleichzeitig können die Einsatzkräfte am Boden aus der Luft zur Einsatzstelle geführt werden – ein entscheidender Vorteil, wenn sich ein Brand mitten in einem Waldgebiet entwickelt oder schwer zugänglich ist.

Gerade bei den derzeit zahlreichen Flächen- und Vegetationsbränden verschafft dieser Zeitvorsprung den Feuerwehren oft die Möglichkeit, einen Entstehungsbrand zu bekämpfen, bevor sich das Feuer großflächig ausbreitet.

Gute Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Landratsämtern

Die Luftbeobachtung ist Teil des bayerischen Katastrophenschutzes und erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Regierung der Oberpfalz, den Landratsämtern, den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie den Feuerwehren und Kreisbrandinspektionen. Die Organisation der Flüge übernehmen die Katastrophenschutzbehörden, während die Luftrettungsstaffel die ehrenamtlichen Piloten und Flugzeuge stellt.

Und wenn über Ihrem Waldstück plötzlich ein kleines Flugzeug kreist, lohnt sich ein zweiter Blick: Möglicherweise sind dort gerade die ehrenamtlichen Piloten und Luftbeobachter der Luftrettungsstaffel Bayern unterwegs – damit aus einer kleinen Rauchentwicklung kein verheerender Waldbrand wird.