Telenotarzt jetzt auch in der Oberpfalz-Nord im Einsatz
WEIDEN. Seit Mittwochmorgen um 8 Uhr ist der Telenotarzt offiziell im Bereich der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord gestartet. Damit steht der Notfallrettung in der Region ab sofort ein zusätzliches digitales Einsatzmittel zur Verfügung, das Rettungskräfte direkt vor Ort mit ärztlicher Expertise unterstützt.
Der Telenotarzt ersetzt den klassischen Notarzt dabei nicht, sondern ergänzt das bestehende System aus bodengebundenen und luftgestützten Notärzten. Über moderne Kommunikationssysteme können Rettungsdienstbesatzungen während eines Einsatzes direkt Kontakt mit einem Telenotarzt aufnehmen. Dieser kann medizinisch beraten, Maßnahmen begleiten, Medikamente freigeben oder Transporte unterstützen.
Bereits erster Einsatz in Tirschenreuth
Lange dauerte es bis zum ersten Einsatz nicht: Bereits um 10:41 Uhr wurde der Telenotarzt bei einem internistischen Notfall im Landkreis Tirschenreuth eingebunden.
Aktuell sind im Bereich der ILS Oberpfalz-Nord insgesamt 37 Rettungswagen mit der nötigen Technik ausgestattet. Diese verteilen sich auf die Landkreise Schwandorf, Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach und Tirschenreuth sowie die Städte Weiden und Amberg.
Geschulte Rettungsdienstbesatzungen können den Telenotarzt ab sofort regulär über die Leitstelle anfordern – beispielsweise zur Unterstützung bei medizinischen Entscheidungen oder zur Medikamentengabe.
Zentrale sitzt in Bogen
Betreut wird die Oberpfalz-Nord vom Telenotarztstandort Ost im niederbayerischen Bogen. Von dort aus werden neben der Oberpfalz auch die Regionen Regensburg, Landshut, Passau, Straubing, Ingolstadt, Rosenheim und Traunstein versorgt. Betreiber der Telenotarztzentrale ist die RKT Rettungsdienst gGmbH.
Der stellvertretende Geschäftsleiter Rudolf Niegl spricht von einem wichtigen Schritt für die Zukunft der Notfallrettung: „Wir schaffen damit keine Konkurrenz zum bewährten Notarztsystem, sondern eine sinnvolle Ergänzung.“
Auch Leitstellenleiter Robert Schmid sieht Vorteile für die tägliche Arbeit der Disponenten in Amberg und Weiden. Der Telenotarzt könne Entscheidungen unterstützen, Wege verkürzen und die Versorgungskette stärken.
Moderne Technik soll wertvolle Zeit sparen
Gerade in einer Flächenregion wie der Oberpfalz könne der schnelle digitale Zugriff auf ärztliche Hilfe entscheidend sein. Pressesprecher Jürgen Meyer betont, dass moderne Technik den Rettungsdienst sinnvoll ergänzen könne und am Ende vor allem Patienten davon profitieren.
Der Telenotarzt ist Teil eines bayernweiten Projekts zur Modernisierung des Rettungsdienstes. Ziel ist es unter anderem, das sogenannte „arztfreie Intervall“ zu verkürzen und Notärzte gezielter einzusetzen.
Für die ILS Oberpfalz-Nord markiert der Start einen weiteren Schritt hin zu einer modernen und leistungsfähigen Notfallversorgung.

Foto: ILS Oberpfalz-Nord

