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Seen im Landkreis Schwandorf vor Belastungsprobe: Behörden setzen auf klare Regeln und gemeinsame Kontrollen

WACKERSDORF. Sonne, Badewetter und tausende Besucher – die Seen im Landkreis Schwandorf gehören längst zu den beliebtesten Ausflugszielen der Oberpfalz. Doch mit dem Ansturm wachsen auch die Probleme. Wildes Parken, blockierte Rettungswege, Vermüllung, illegales Grillen und Verstöße gegen Natur- und Wasserrecht sorgen Jahr für Jahr für Ärger und gefährliche Situationen.

Zum Start der neuen Saison haben sich deshalb Polizei, Gemeinden und Behörden erneut zu einem gemeinsamen Runden Tisch getroffen. Ziel ist klar: Die Seen sollen attraktiv bleiben, ohne dass Sicherheit, Umwelt und Rettungskräfte darunter leiden.

Mehr als 300.000 Besucher wurden allein im vergangenen Jahr an den Seen gezählt. Besonders an heißen Wochenenden stoßen Zufahrten und Parkflächen regelmäßig an ihre Grenzen. Genau hier sehen die Beteiligten die größte Herausforderung. Denn wenn Rettungswege zugestellt werden oder Fahrzeuge auf Grünflächen ausweichen, endet der Badeausflug schnell im Chaos.

Die Verantwortlichen kündigen deshalb ein konsequentes Vorgehen an. Wer Rettungswege blockiert, muss künftig nicht nur mit Bußgeldern rechnen – Fahrzeuge werden auch abgeschleppt. Selbst eine Leerfahrt des Abschleppdienstes wird dabei kostenpflichtig. Noch härter wird es, wenn Einsatzkräfte tatsächlich behindert werden. Dann drohen zusätzlich Punkte in Flensburg.

Auch das Parken auf Wiesen und Naturflächen bleibt tabu. Die Behörden verweisen darauf, dass dadurch sensible Bereiche dauerhaft beschädigt werden. Kontrollen sollen deshalb nicht nur durch Polizei und kommunale Verkehrsüberwachung erfolgen, sondern auch durch Naturschutzbehörden und die Bayerische Naturschutzwacht.

Ein weiteres Dauerthema ist das Verhalten direkt an den Seen. Grillen auf den Liegewiesen ist verboten, ebenso Hunde in den Badebereichen. Gerade am Steinberger See seien die Regeln laut Gemeinde deutlich ausgeschildert – inklusive QR-Codes zur vollständigen Seeordnung.

Auch auf dem Wasser soll stärker kontrolliert werden. Motorboote und elektrisch angetriebene Wasserfahrzeuge wie Tauchscooter oder E-Surfbretter sind grundsätzlich verboten und nur in Ausnahmefällen genehmigungsfähig. Hierzu wurden ebenfalls gemeinsame Kontrollen angekündigt.

Um die Lage besser in den Griff zu bekommen, setzen die Gemeinden inzwischen verstärkt auf Lenkung statt Improvisation. Zusätzliche Parkflächen, Parkleitsysteme und frühzeitige Sperrungen bei Überfüllung sollen verhindern, dass sich der Verkehr rund um die Seen festfährt.

Zum Saisonstart planen Polizei, Wasserbehörde, Naturschutz und kommunale Stellen erneut großangelegte Kontrollaktionen. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von Feuerwehren, THW und bei Bedarf auch von der Wasserschutzpolizei.