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85 neue Beschäftigte für die Polizei: Was kommt bei den Dienststellen vor Ort an?

Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldet Verstärkung. Doch ob die Neuzugänge für mehr Personal im täglichen Einsatz sorgen, bleibt offen. Oberpfalz24.de hat nachgefragt.

REGENSBURG. Neue Verstärkung für die Polizei in der Oberpfalz: Mit dieser Nachricht hat das Polizeipräsidium die Begrüßung von 85 neuen Kolleginnen und Kollegen bekannt gegeben. Polizeipräsident Robert Fuchs und Polizeivizepräsident Erwin Frankl hießen sie Ende Oktober, in Regensburg willkommen.

Nach der Pressemitteilung gehören zu der Gruppe 63 Polizeivollzugsbeamte, 17 Tarifbeschäftigte und fünf Verwaltungsbeamte. Einige wechseln aus anderen Polizeipräsidien in die Oberpfalz, andere beginnen nach Ausbildung oder Studium ihren Dienst in der Region.

Fuchs betonte bei der Begrüßung, wie wichtig Professionalität, Verlässlichkeit und Integrität für den Polizeiberuf seien. Zugleich versprach er den neuen Beschäftigten Rückhalt bei schwierigen Einsätzen. Zum Programm gehörte auch ein Besuch der Einsatzzentrale.

Mehr Personal – auch für den Streifendienst?

Für die Kolleginnen und Kollegen auf den Dienststellen und für die Menschen in der Region stellt sich allerdings eine konkrete Frage: Was bringen diese Neuzugänge im Alltag? Werden Schichten besser besetzt? Stehen mehr Kräfte für Streifen und Einsätze zur Verfügung? Oder werden vor allem die Stellen derjenigen nachbesetzt, die in Pension gehen?

Oberpfalz24.de hat deshalb beim Polizeipräsidium nachgefragt. Die Antwort ordnet die angekündigte Verstärkung ein: Die 85 Beschäftigten haben ihren Dienst bereits im zurückliegenden halben Jahr aufgenommen. Es handelt sich also nicht um 85 Kräfte, die zum Zeitpunkt der Begrüßung zusätzlich hinzukamen.

Außerdem sind die 48 frisch ausgebildeten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, deren Zuweisung an die Oberpfalz bereits zum September bekannt gegeben worden war, in dieser Zahl enthalten. Sie kommen nicht noch einmal obendrauf.

Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Zaschka werden die Nachwuchskräfte zweimal jährlich verteilt. Das soll vor allem die Abgänge durch Pensionierungen ausgleichen.

Kein Beleg für eine tatsächliche Entlastung vor Ort

Wie viele Beschäftigte seit Jahresbeginn insgesamt hinzugekommen sind und wie viele die Oberpfälzer Polizei im selben Zeitraum verlassen haben, teilte das Präsidium auf unsere Nachfrage nicht mit. Damit bleibt offen, ob unter dem Strich überhaupt mehr Personal zur Verfügung steht.

Auch zur konkreten Verstärkung des Wach- und Streifendienstes nennt die Antwort keine Zahlen. Welche Inspektionen wie viele neue Kräfte bekommen haben und wo weiterhin Personal fehlt, lässt sich daraus ebenfalls nicht erkennen.

Das Präsidium erklärt, bei der Verteilung unter anderem Pensionierungen, Versetzungen, Abordnungen, längere Erkrankungen und Schwangerschaften zu berücksichtigen. Auch die Zahl und Entwicklung der Straftaten, die Belastung durch Einsätze und die Bürgernähe spielen demnach eine Rolle.

Eine genaue Aufstellung der Einsatzstärken der einzelnen Dienststellen lehnt die Behörde aus „einsatztaktischen Gesichtspunkten“ ab.

Beschäftigtenzahl allein sagt wenig über besetzte Schichten

Eine Gesamtzahl nennt das Präsidium: Zum 31. Oktober waren dort 2.865 Personen beschäftigt. Dazu zählen 2.326 Polizeivollzugsbeamte, 135 Verwaltungsbeamte und 404 Tarifbeschäftigte.

Wie viele davon im täglichen Streifendienst eingesetzt werden können, geht aus dieser Zahl jedoch nicht hervor. Sie sagt auch nichts darüber aus, ob auf einer einzelnen Dienststelle genügend Kräfte für die anstehenden Schichten verfügbar sind.

Die 85 Neuzugänge übernehmen wichtige Aufgaben innerhalb der Oberpfälzer Polizei. Einen konkreten Beleg dafür, dass dadurch die Schichten vor Ort besser besetzt oder die Einsatzkräfte spürbar entlastet werden, hat Oberpfalz24.de auf seine Nachfrage allerdings nicht erhalten. Das bedeutet nicht, dass es keine Entlastung gibt – sie lässt sich anhand der mitgeteilten Angaben nur nicht nachvollziehen.

Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz, PHM Tobias Weingärtner

Transparenzhinweis: Grundlage dieses Berichts sind eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz und dessen Antworten auf eine Nachfrage von Oberpfalz24.de. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.