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50 Jahre Eixendorfer See: Zwischen Hochwasserschutz, Heimatverlust und Tourismusmagnet

NEUNBURG VORM WALD. Der Eixendorfer See feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Mit einem großen Festakt, zahlreichen Ehrengästen und dem Besuch von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber wurde das Jubiläum der Talsperre gefeiert.

Heute gilt der Eixendorfer See als beliebtes Ausflugsziel für Erholungssuchende, Segler und Angler. Doch hinter der idyllischen Kulisse steckt eine bewegende Geschichte.

Früher standen hier Häuser und Höfe

Bevor das Schwarzachtal geflutet wurde, lebten hier Menschen. Für den Bau der Talsperre mussten damals zahlreiche Bewohner ihre Heimat verlassen. Beim Festakt waren auch ehemalige Bewohner und deren Familien unter den Gästen. Umweltminister Thorsten Glauber erinnerte in seiner Rede an diesen Einschnitt und sprach den Betroffenen seinen Dank aus. „Absiedelung ist immer ein Einschnitt im Leben“, erklärte Glauber. Gleichzeitig betonte er die große Bedeutung der Talsperre für den Schutz der Menschen entlang der Schwarzach.

Vier wichtige Aufgaben für die Region

Ursprünglich wurde der Eixendorfer See vor allem als Hochwasserschutz gebaut. Noch heute schützt die Anlage Orte entlang der Schwarzach vor Überschwemmungen.

Doch die Aufgaben des Sees haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erweitert. Gerade in Zeiten des Klimawandels gewinnt die sogenannte Niedrigwasserstützung zunehmend an Bedeutung. In trockenen Sommern kann Wasser aus dem See kontrolliert abgegeben werden, um Flüsse und Gewässer im Unterlauf zu stabilisieren.

Hinzu kommen die Stromerzeugung durch Wasserkraft sowie die touristische Nutzung. Baden, Angeln oder Radfahren rund um den See locken jedes Jahr zahlreiche Besucher ins iyd

Minister trägt sich ins Goldene Buch ein

Im Rahmen seines Besuchs trug sich Umweltminister Thorsten Glauber auch in das Goldene Buch der Stadt Neunburg vorm Wald ein. Außerdem weihte er gemeinsam mit den anderen Ehrengästen eine neue Sonnenliege am Seeufer ein, die künftig Besuchern zur Verfügung stehen soll.

Neuer Entnahmeturm soll gegen Blaualgen helfen

Ein großes Thema bleibt weiterhin die Wasserqualität des Sees. Gerade in den Sommermonaten kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen mit Blaualgen. Deshalb wurde ein neuer Entnahmeturm errichtet, der künftig helfen soll, die natürliche Schichtung des Wassers zu stabilisieren und das Algenwachstum einzudämmen.

Mathias Rosenmüller vom Wasserwirtschaftsamt Weiden erklärte, dass der Turm künftig oberflächennah Wasser ableitet, um die Durchmischung des Sees zu verringern. Dennoch sei klar: Eine langfristige Verbesserung könne nur gemeinsam mit Kommunen und Landwirtschaft erreicht werden, um Nährstoffeinträge in den See zu reduzieren.

Jubiläumsveranstaltungen laufen noch bis Juni

Zum 50-jährigen Jubiläum finden rund um den Eixendorfer See noch zahlreiche weitere Veranstaltungen statt. Geplant sind unter anderem Führungen, Wanderungen, Segelangebote sowie das traditionelle Sautrogrennen Ende Juni.