Kultur und MedienOberpfalz

Von Hämmern und Herren

Ein neues Buch dokumentiert 296 historische Hammerwerke in Nordostbayern und zeichnet damit ein Stück regionaler Industriegeschichte nach.

Amberg-Sulzbach. Über Jahrhunderte prägten Hammerwerke die Wirtschaft Nordostbayerns. Dort entstanden Eisen, Bleche, Gebrauchsgegenstände für Haushalt und Landwirtschaft sowie Waffen. Heute sind viele dieser Anlagen verschwunden oder nur noch als Ruinen erhalten. Andere Hammerwerke und frühere Herrensitze werden inzwischen als Hotels oder Gaststätten genutzt.

Kreisheimatpfleger Dieter Dörner hat sich auf die Spuren dieser historischen Produktionsstätten begeben. Nach dreijähriger Arbeit legt er nun das Buch „Hammerwerke Nordostbayerns“ vor. Dafür wertete er zahlreiche Urkunden und weitere historische Unterlagen aus.

296 Hammerwerke dokumentiert

Der 61. Band der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern führt 296 bekannte Hammerwerke auf. Der Schwerpunkt liegt auf der Oberpfalz und Oberfranken. Berücksichtigt werden aber auch Anlagen in Mittelfranken und Niederbayern.

Das Buch stellt die Hammerwerke nach einem einheitlichen Schema vor. Es enthält Informationen zu den Besitzfolgen, beschreibt die Standorte und geht auf die spätere Nutzung der Anlagen ein.

„Es ist beeindruckend, was Dieter Dörner in jahrelanger akribischer Spurensuche aufgespürt hat“, sagte Landrat Richard Reisinger bei der Vorstellung des Buches.

Wirtschaftlicher Wandel und soziale Umbrüche

Die redaktionelle Bearbeitung des Bandes übernahm Hubert Zaremba, Sachgebietsleiter für Marketing, Tourismus und Kultur. Durch einen finanziellen Zuschuss des Bezirks Oberpfalz konnte das Buch mit zahlreichen Bildern und Darstellungen ausgestattet werden.

„Das Buch zeichnet ein präzises Bild des wirtschaftlichen Wandels. Es enthüllt Geschichten von wirtschaftlicher Macht, technischem Erfindergeist und sozialen Umbrüchen“, erklärte Zaremba. Er bezeichnete den Band als „unverzichtbares Nachschlagewerk für alle, die den Ursprüngen unserer Industriekultur und Montangeschichte auf den Grund gehen wollen“.

Auch für Autor Dieter Dörner hat sich die dreijährige Arbeit gelohnt: „Dabei wird einem wieder einmal bewusst, wie reich an Aha-Erlebnissen unsere Heimat ist.“

Die Erkenntnisse seien nicht nur für Historiker interessant. Dörner empfiehlt, die früheren Standorte selbst aufzusuchen, noch bestehende Gebäude in landschaftlich reizvoller Umgebung zu entdecken und den Überresten der regionalen Industriegeschichte nachzuspüren.

Buch kostet 39,90 Euro

Das Buch „Hammerwerke Nordostbayerns“ kostet 39,90 Euro zuzüglich Versand. Es ist beim Bergbau- und Industriemuseum Theuern im Internet unter https://kultur-schloss-theuern.de/ oder per E-Mail an museum@kultur-schloss-theuern.de erhältlich. Die ISBN lautet 978-3-925690-65-5.

Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung des Landratsamtes Amberg-Sulzbach. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.