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Sonnenfinsternis lockt viele auf die Höhen

In der Oberpfalz verfolgen zahlreiche Menschen das seltene Himmelsschauspiel – Aussichtspunkte wie Rauher Kulm und Waldecker Schlossberg sind gut besucht

WALDECK, NEUSTADT/WN, STEINBERG AM SEE. Der Blick ging am Mittwochabend vielerorts nach Westen: Die Sonnenfinsternis vom 12. August hat auch in der Oberpfalz zahlreiche Menschen ins Freie gelockt. Besonders auf den Höhenzügen und bekannten Aussichtspunkten der Region versammelten sich viele Beobachter, um mitzuerleben, wie sich der Mond immer weiter vor die tief stehende Sonne schob.

Auf dem Waldecker Schlossberg und dem Rauhen Kulm waren ebenso viele Menschen unterwegs wie auf den Höhen bei St. Felix in Neustadt/WN. Auch an den Holzkugeln am Steinberger See suchten Besucher einen Platz mit möglichst freiem Blick zum Abendhimmel. Mancherorts waren die Aussichtspunkte regelrecht bevölkert.

Mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen ließ sich das Schauspiel gefahrlos verfolgen. Ein direkter Blick in die Sonne ohne geeigneten Augenschutz kann dagegen schwere Augenschäden verursachen.

Fast 90 Prozent der Sonne verdeckt

Während die Sonnenfinsternis in Teilen Grönlands, Islands, Spaniens und in einem kleinen Gebiet Portugals total zu sehen war, blieb sie in Deutschland partiell. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA wurden in Deutschland je nach Standort bis zu rund 90 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche vom Mond verdeckt.

Für Regensburg wurde eine maximale Bedeckung von knapp 88 Prozent berechnet. Dort begann die partielle Finsternis gegen 19.21 Uhr, ihr Maximum wurde gegen 20.14 Uhr erreicht. Damit spielte sich der eindrucksvollste Teil des Ereignisses in der Oberpfalz unmittelbar vor dem Sonnenuntergang ab.

Gerade diese Kombination machte das Himmelsschauspiel besonders reizvoll: Die bereits tief am westlichen Horizont stehende Sonne verwandelte sich immer mehr in eine schmale Sichel. Auch die NASA hatte darauf hingewiesen, dass in Teilen Europas die Sonne noch während der laufenden partiellen Finsternis untergehen würde – eine sogenannte „Sunset Eclipse“.

Ein Abend für den Blick nach oben

So wurde aus dem astronomischen Ereignis in der Oberpfalz auch ein kleines Gemeinschaftserlebnis. Familien, Hobbyfotografen und Schaulustige machten sich auf den Weg zu den exponierten Punkten der Region. Sonnenfinsternisbrillen wurden herumgereicht, Kameras ausgerichtet – und immer wieder wanderte der Blick nach oben.

Eine totale Sonnenfinsternis blieb den Beobachtern in der Oberpfalz zwar verwehrt. Die außergewöhnlich starke partielle Bedeckung und die Lage des Ereignisses am Abendhimmel sorgten dennoch für eindrucksvolle Bilder.

Unsere Aufnahmen zeigen die Sonnenfinsternis am Mittwochabend. Fotos: Noah Schiml