Hackroboter statt Handarbeit? KI verändert die Landwirtschaft
SCHIERLING. Künstliche Intelligenz, autonome Feldroboter und kameragesteuerte Präzisionstechnik könnten die Landwirtschaft in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Welche Möglichkeiten bereits heute im Ackerbau stecken, zeigte der Hacktag Ostbayern in Schierling eindrucksvoll.
Rund 50 Landwirte und Fachbesucher informierten sich bei der Praxisveranstaltung über moderne Hacktechnik und autonome Systeme für den Einsatz auf dem Feld. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Technologien, die künftig Arbeitszeit sparen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und gleichzeitig präziser arbeiten sollen.
Trotz schwieriger Bedingungen nach starken Regenfällen konnten mehrere Maschinen direkt im Einsatz auf einer Zuckerrübenfläche gezeigt werden. Gastgeber Christian Aumeier stellte dafür seine Flächen und Hallen zur Verfügung.
Besonders großes Interesse weckten kameragesteuerte Hackmaschinen mit KI-gestützter Pflanzenerkennung. Moderne Systeme erkennen Kulturpflanzen inzwischen selbstständig und bearbeiten den Boden zentimetergenau – sogar direkt zwischen einzelnen Pflanzenreihen. Vor allem im Gemüse- und Zuckerrübenanbau eröffnen sich dadurch völlig neue Möglichkeiten.
Mehrere Hersteller präsentierten ihre neuesten Entwicklungen – von klassischen Hackgeräten bis hin zu hochautomatisierten Lösungen. Gezeigt wurden Maschinen der Firmen Kratzer, Einböck, Garford, Pöttinger, Amazone, Horsch und weiterer Anbieter.
Als echter Publikumsmagnet erwies sich der autonome Hackroboter „FarmingGT“ des Unternehmens Farming Revolution. Der batteriebetriebene Roboter arbeitet selbstständig rund um die Uhr, erkennt Pflanzen mithilfe künstlicher Intelligenz und kann laut Hersteller bis zu zehn Hektar Fläche innerhalb von 24 Stunden bearbeiten. Durch sein vergleichsweise geringes Gewicht konnte der Roboter sogar auf den aufgeweichten Böden eingesetzt werden.
Auch die vorgestellten KI-Lösungen von Dahlia Robotics stießen auf großes Interesse. Die Technik ermöglicht eine präzise Unkrautregulierung direkt innerhalb der Pflanzenreihe – ein Bereich, der bislang besonders arbeitsintensiv war.
Die Veranstaltung machte deutlich, wohin sich die Landwirtschaft entwickelt: Weniger schwere Maschinen, mehr Automatisierung und intelligente Systeme könnten künftig viele Arbeiten auf dem Acker übernehmen. Besonders angesichts steigender Kosten, Fachkräftemangel und wachsender Anforderungen an nachhaltige Bewirtschaftung sehen viele Betriebe in KI und Robotik große Chancen für die Zukunft.


