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Bayern will Energieversorgung besser schützen

München. Der Schutz der Energieversorgung rückt angesichts zunehmender Bedrohungen stärker in den Fokus. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger sowie Innenminister Joachim Herrmann haben deshalb Vertreter der Energiewirtschaft, des Katastrophenschutzes, der Kommunen sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu einem Runden Tisch nach München eingeladen.

Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit beim Schutz kritischer Energieinfrastrukturen weiter auszubauen. Hintergrund sind unter anderem neue bundesweite Regelungen zum Schutz sogenannter Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Erst im März wurde auf Bundesebene das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet. Weitere Vorgaben und eine nationale Resilienzstrategie sollen folgen.

„Die Energieinfrastruktur ist das Rückgrat unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, betonte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Eine verlässliche Energieversorgung sei Grundvoraussetzung für Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. Bayern verfüge über eines der zuverlässigsten Stromnetze Europas. Gleichzeitig werde der Schutz der Energieversorgung durch geopolitische Spannungen und hybride Bedrohungen zunehmend anspruchsvoller.

Die Staatsminister Hubert Aiwanger (Energie) und Joachim Herrmann (Sicherheit) leiteten den runden Tisch zum Thema ‚Schutz der bayerischen Energieinfrastruktur‘. Links: Prof. Dr.-Ing. Frank Messerer (Ministerialdirektor) und die Amtschefin im Bayerischen Wirtschaftsministerium Dr. Sabine Jarothe. Foto: StMWi

Als Beispiel nannte Aiwanger die Brandanschläge auf Strommasten bei Garching im Mai dieses Jahres. Solche Vorfälle zeigten, dass die Gefährdung kritischer Infrastrukturen real sei. Deshalb müssten Bund, Länder, Kommunen und die Energiewirtschaft eng zusammenarbeiten.

Auch Innenminister Joachim Herrmann hob die Bedeutung des Schutzes kritischer Infrastrukturen hervor. Dieser sei ein wichtiger Bestandteil der Inneren Sicherheit und des Bevölkerungsschutzes. Der Runde Tisch solle dazu beitragen, strategische Weichen für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Betreibern kritischer Anlagen zu stellen.

Ausbau der Notstromversorgung geplant

Für Krisenfälle setzt Bayern weiterhin auf den Ausbau seiner Notstromkapazitäten. Nach Angaben Herrmanns stehen dem Katastrophenschutz derzeit 170 Notstromaggregate zur Verfügung. Weitere 54 Geräte befinden sich beim Technischen Hilfswerk (THW). Bis Ende 2027 soll die Zahl der Notstromaggregate im Freistaat auf rund 250 erhöht werden.

Wichtig sei dabei, dass die technische Vorsorge eng mit den Notfall- und Vorsorgekonzepten der Betreiber kritischer Infrastrukturen abgestimmt werde. Regelmäßige Übungen zu möglichen Stromausfällen sollen zusätzlich helfen, die Krisenfestigkeit der Energieversorgung weiter zu stärken.