Bayern baut Luftrettung aus – Christoph 20 erhält Nachtflug-Erlaubnis
Christoph 80 in Weiden bleibt weiterhin nach Einbruch der Dämmerung am Boden
WEIDEN/MÜNCHEN. Die Luftrettung in Bayern wird weiter ausgebaut. Der bayerische Ministerrat hat auf Vorschlag von Innenminister Joachim Herrmann beschlossen, die Betriebszeiten an mehreren Standorten perspektivisch zu verlängern und damit die Versorgung im Rettungsdienst vor allem in ländlichen Regionen zu verbessern.
Grundlage ist ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement. Demnach sollen künftig fünf Luftrettungsstandorte – darunter Bayreuth, Ochsenfurt, Ingolstadt, Kempten und Suben – ihre Einsatzzeiten schrittweise bis in die Abendstunden ausweiten.
Christoph 20 erhält Nachtflugerlaubnis für die Oberpfalz
Besonders relevant für die Oberpfalz: Der Rettungshubschrauber Christoph 20 in Bayreuth erhält im Zuge der Neuregelung die Erlaubnis für verlängerte Einsatzzeiten und kann künftig auch nach Einbruch der Dunkelheit starten.
Damit wird die luftgestützte Notfallversorgung in der Region deutlich flexibler. Der Hubschrauber kann neben den bestehenden Intensivtransporthubschraubern (ITH) in Nürnberg und Regensburg künftig auch Teile der Oberpfalz mit abdecken – insbesondere in Zeiten, in denen schnelle Transporte in Kliniken erforderlich sind.
Christoph 80 in Weiden weiterhin nur im Tagesbetrieb
Weniger erfreulich fällt die Perspektive für die nördliche Oberpfalz aus: Der in Weiden-Latsch stationierte Rettungshubschrauber Christoph 80 bleibt weiterhin an den reinen Tagesbetrieb gebunden.
Eine Nachtflugerlaubnis ist dort nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Damit bleibt der Standort auch künftig außerhalb der erweiterten Betriebszeiten, die an anderen Stützpunkten in Bayern schrittweise eingeführt werden.
Intensivtransporthubschrauber als Rückgrat der Nachtversorgung
Bereits jetzt spielen die Intensivtransporthubschrauber in Christoph Nürnberg und Christoph Regensburg eine zentrale Rolle. Sie übernehmen rund um die Uhr sowohl Intensivtransporte als auch Aufgaben der Luftrettung und bleiben damit die wichtigste Säule der Nachtversorgung im Freistaat.
Ziel: schnellere Hilfe im ganzen Land
Innenminister Herrmann betont, dass mit der Ausweitung der Betriebszeiten die Notfallversorgung insbesondere in dünn besiedelten Regionen verbessert werden soll. Gleichzeitig sollen moderne Technik und verbesserte Flugsicherheitssysteme einen sicheren Betrieb auch in Randzeiten ermöglichen.
Für die Oberpfalz ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Während Christoph 20 aus Bayreuth künftig auch nachts einsatzbereit ist, bleibt Christoph 80 in Weiden weiterhin auf den Tagesbetrieb beschränkt.

