Kulturstadl soll Reichenau beleben
Aus einer denkmalgeschützten Scheune in Reichenau soll ein neuer Treffpunkt für Kultur, Begegnung und regionale Angebote entstehen. Das LEADER-Entscheidungsgremium hat das Projekt bereits befürwortet.
Neustadt a.d. Waldnaab. Aus einem leerstehenden historischen Gebäude in Reichenau soll ein neuer Mittelpunkt für die Dorfgemeinschaft werden. Das LEADER-Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe Forum Neustadt Plus hat das Projekt „Kulturstadl Reichenau – Leerstand wird Lebensort“ befürwortet.
Geplant ist, die ehemalige Scheune umfassend zu nutzen. Im historischen Gewölbe sollen ein Veranstaltungs- und Kursraum entstehen, außerdem eine Gastro- und Kursküche sowie ein Hofladen. Vorgesehen ist zudem ein offener Dorfplatz mit Feuerstelle, Holzbackofen und Aufenthaltsbereichen.
Ergänzt werden soll das Angebot durch naturnah gestaltete Außenflächen, einen Kräuter- und Naschgarten sowie Spielmöglichkeiten für Kinder. Damit soll ein Ort für Kultur, Begegnung, Bildung und regionale Vermarktung entstehen.
Mit dem positiven Beschluss des LEADER-Entscheidungsgremiums ist ein wichtiger Schritt erreicht. Die Umsetzung kann beginnen, sobald der Zuwendungsbescheid des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorliegt.
Rund 1,9 Millionen Euro für die Region
Das Projekt steht beispielhaft für die Förderung durch LEADER. Mit europäischen Fördermitteln sollen innovative Vorhaben unterstützt werden, die den ländlichen Raum stärken und einen nachhaltigen Mehrwert für die Region schaffen.
Für die Förderperiode 2023 bis 2027 standen der Lokalen Aktionsgruppe Forum Neustadt Plus insgesamt rund 1,9 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Bereits 17 Projekte, darunter fünf Kooperationsprojekte, wurden durch das Entscheidungsgremium auf den Weg gebracht.
Zu den geförderten Vorhaben zählt unter anderem das Informationsmobil des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald, das Wissen und Umweltbildung zu den Menschen bringt. Die EntdeckerKüche in der EntdeckerKirche Trabitz soll Raum für gemeinsames Lernen und Erleben schaffen. Das Hutzabankerl-Projekt stärkt Nachbarschaft und Begegnung.
Mit der Qualitätsoffensive Radfahren im Oberpfälzer Wald wird außerdem gemeinsam mit benachbarten LEADER-Regionen an der Qualität bestehender Radwege gearbeitet.
Kleinprojekte unterstützen Bürgerengagement
Ein weiterer Bestandteil der LEADER-Arbeit ist das Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“. Damit werden kleinere Vorhaben gefördert, die ehrenamtliches Engagement und gesellschaftliches Miteinander vor Ort stärken.
Dafür standen insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung. Zwölf Kleinprojekte konnten mit diesem Budget unterstützt werden.
In Oberbibrach entstand beispielsweise ein Kräutergarten, der Natur erlebbar machen und Raum für Begegnung schaffen soll. In Burgtreswitz wurde eine historische Feuerwehr-Station am Radweg errichtet. Damit soll ein Stück regionaler Geschichte erhalten und wieder erlebbar gemacht werden.
Mehr als zwei Millionen Euro in früherer Förderperiode
Auch in der Förderperiode von 2014 bis 2022 flossen mehr als zwei Millionen Euro an europäischen Fördermitteln in den Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Zu den damals unterstützten Projekten zählen die Dorfläden in Vorbach und Schwarzenbach, das Landschaftskino am Strehberg in Moosbach, der Schönwerth-Sagen- und Märchenpfad im Zottbachtal bei Georgenberg sowie die Adventure-Golfanlage am Rußweiher in Eschenbach.
Wie die LEADER-Förderung nach dem Ende der laufenden Förderperiode ausgestaltet wird, ist derzeit noch offen.
Das charakteristische böhmische barocke Kappengewölbe des Stalls soll künftig das Herzstück des Kulturstadls Reichenau bilden und für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden. Foto: Svenja Jander
Das Naturparkmobil erhielt bereits eine Förderung aus dem europäischen Förderprogramm LEADER. Foto: Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald e.V.
Auch die Dorfläden in Schwarzenbach und Vorbach profitierten von der LEADER-Förderung. Foto: Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab/Thomas Kujat
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