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Polizei stoppt 15-Jährigen mit gezieltem Anstoß

Getunte Roller fliehen durch Fußgängerunterführung – Polizeieinsatz wirft Fragen nach der Verhältnismäßigkeit auf

WEIDEN. Zwei Jugendliche auf offenbar getunten Motorrollern haben sich am Freitagnachmittag in Weiden einer Polizeikontrolle entzogen. Die Flucht führte bei Rotlicht durch eine Fußgängerunterführung. Einen 15-Jährigen stoppte die Polizei schließlich, indem ein Streifenwagen seinen Roller bei geringer Geschwindigkeit gezielt anstieß.

Ausgangspunkt des Einsatzes waren nach Angaben der Polizei zwei Motorroller, die gegen 14.18 Uhr in der Frauenrichter Straße unterwegs waren. Die Fahrzeuge seien offensichtlich getunt gewesen, teilweise hätten Kennzeichen gefehlt. Als die Jugendlichen den uniformierten Streifenwagen bemerkten, erhöhten sie ihre Geschwindigkeit und flüchteten.

Die Beamten nahmen mit Blaulicht und Martinshorn die Verfolgung auf. Die Rollerfahrer missachteten laut Polizei eine rote Ampel und fuhren durch die Fußgängerunterführung in Richtung Stockerhut. Dabei sollen mehrere Fußgänger gefährdet worden sein. Ein Teil von ihnen sei durch das Martinshorn gewarnt worden.

Streifenwagen stößt Roller gezielt an

Einer der Jugendlichen stürzte auf einer Fußgängerbrücke zunächst ohne Fremdeinwirkung. Nach Darstellung der Polizei wollte er anschließend erneut auf den Roller steigen und weiterfahren. Daraufhin stieß der Streifenwagen das Zweirad bei geringer Geschwindigkeit gezielt an, um die Flucht zu beenden.

Der 15-Jährige lief danach zu Fuß davon, wurde aber nach wenigen Metern festgenommen. Nach den ersten polizeilichen Maßnahmen übergaben ihn die Beamten seiner Mutter.

Auch wenn die Jugendlichen durch ihre Flucht Fußgänger gefährdet haben sollen, ist der gezielte Einsatz eines Polizeifahrzeugs gegen einen Rollerfahrer eine einschneidende Maßnahme. Nach der bislang vorliegenden Darstellung wurde niemand verletzt. Ob es mildere Möglichkeiten gegeben hätte, die Flucht zu beenden, geht aus der Polizeimeldung nicht hervor.

Der ursprüngliche Anlass war keine Gewalttat oder eine akute Bedrohung durch Waffen, sondern der Verdacht auf technisch veränderte und möglicherweise nicht zugelassene Motorroller. Zugleich entstand die konkrete Gefahrensituation erst dadurch, dass die Jugendlichen vor der Polizei flohen, rote Ampeln missachteten und in einen von Fußgängern genutzten Bereich fuhren.

Zweiter Jugendlicher erneut geflüchtet

Der zweite Rollerfahrer konnte zunächst entkommen. Die Ermittlungen richteten sich wenig später gegen einen 16-Jährigen aus Weiden.

Gegen 18.44 Uhr soll er einer Streife erneut aufgefallen sein. Dieses Mal war er mit einem Sozius unterwegs und flüchtete nach Polizeiangaben mit erhöhter Geschwindigkeit durch die Galgenbergstraße. Vor einem Anwesen warfen beide den Roller zu Boden und liefen davon.

Da sie das Fahrzeug samt Eigentümerpapieren, Namen und Anschrift zurückließen, verzichteten die Beamten zunächst auf eine weitere Verfolgung zu Fuß. Der Verdacht gegen den 16-Jährigen habe sich dadurch erhärtet.

Gegen beide Jugendlichen werden mehrere Verfahren geführt. Genannt werden unter anderem der Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, der Gefährdung des Straßenverkehrs, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Außerdem informiert die Polizei die Führerscheinstelle. Diese soll prüfen, ob das Verhalten Auswirkungen auf einen späteren Erwerb der Fahrerlaubnis hat.

Die Polizei sucht Fußgänger, die sich während der Flucht in der Unterführung „Wittgartendurchstich“ befanden, die Roller beobachteten oder gefährdet wurden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Weiden unter der Telefonnummer 0961/401-0 entgegen.

Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung der Polizei. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.