Unwetter halten die Mittlere Oberpfalz in Atem
Über 400 Einsatzkräfte im Dauereinsatz – Örtliche Einsatzleitung nach § 15 BayKSG
Schwandorf. Die schweren Unwetter vom Montagabend beschäftigen die Einsatzkräfte in der Mittleren Oberpfalz auch am Dienstag weiter. Besonders betroffen ist der Landkreis Schwandorf, wo Starkregen und Gewitter innerhalb kurzer Zeit für massive Überflutungen sorgten. Aber auch in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach mussten Feuerwehren zahlreiche wetterbedingte Einsätze bewältigen.
Die Lage im Landkreis Schwandorf ist weiterhin angespannt. Nachdem Landrat Thomas Ebeling am Montagabend die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) eingerichtet hatte, laufen die Einsätze auch am Dienstag zentral über die Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt.
Inzwischen sind mehr als 400 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks sowie der Rettungsdienste im Einsatz. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Auspumpen überfluteter Keller, der Beseitigung von Sturmschäden und der Sicherung des Straßenverkehrs.
Nach Angaben der Einsatzleitung waren am Dienstagvormittag noch 170 Einsatzstellen offen. Rund 50 Einsätze befanden sich gleichzeitig in Bearbeitung, weitere 35 Einsatzstellen konnten bereits abgearbeitet werden. Zahlreiche Unterführungen im Stadtgebiet Schwandorf sind nach wie vor nicht oder nur eingeschränkt befahrbar.
Um die Einsatzkräfte zu unterstützen, wurden zusätzlich leistungsstarke Hochwasserpumpen aus den Nachbarlandkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab angefordert.
Sorge bereitet den Verantwortlichen die Wetterentwicklung. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden bereits weitere Regenfälle aus dem südöstlichen Landkreis erwartet. Die Hoffnung der Einsatzleitung: Dass die neuen Niederschläge deutlich geringer ausfallen und das besonders betroffene Stadtgebiet Schwandorf verschonen.
Bereits am Montagabend hatte das außergewöhnlich hohe Einsatzaufkommen dazu geführt, dass Landrat Thomas Ebeling die Örtliche Einsatzleitung nach dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz einsetzte. Zeitweise waren rund 300 Einsatzstellen gleichzeitig registriert worden. Priorität hatten dabei Einsätze, bei denen Menschen gefährdet waren oder erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur drohten.
Auch in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach sorgten Starkregen, umgestürzte Bäume und überflutete Straßen für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Eine Gesamtbilanz für die gesamte Mittlere Oberpfalz liegt bislang noch nicht vor.
Infokasten: Was bedeutet Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes?
Artikel 15 BayKSG ermöglicht es den Katastrophenschutzbehörden, bei besonders großen oder unübersichtlichen Schadenslagen eine Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) einzurichten.
Sie kommt dann zum Einsatz, wenn das normale Einsatzmanagement der Feuerwehr oder einzelner Organisationen nicht mehr ausreicht und eine zentrale Koordinierung erforderlich wird.
Die ÖEL übernimmt unter anderem:
- die behördenübergreifende Führung aller eingesetzten Kräfte,
- die Priorisierung und Koordinierung der Einsätze,
- die Abstimmung zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei und weiteren Behörden,
- die laufende Beurteilung der Lage und die Ressourcenplanung.
Wichtig: Die Einrichtung einer Örtlichen Einsatzleitung bedeutet nicht automatisch, dass ein Katastrophenfall ausgerufen wurde. Sie dient vielmehr dazu, außergewöhnlich große Schadenslagen effizient und zentral zu bewältigen.
Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bilden Pressemitteilungen des Landratsamtes Schwandorf. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.

