Grenzkontrollen zeigen deutliche Effekte: Bundespolizei meldet fast 19.000 unerlaubte Einreisen
MÜNCHEN. Die Bundespolizeidirektion München hat neue Zahlen zu unerlaubten Einreisen nach Bayern veröffentlicht. Die aktuelle Bilanz bis zum 31. März 2026 zeigt: Seit der Wiedereinführung der Binnengrenzkontrollen im September 2024 wurden zehntausende Fahndungstreffer erzielt und tausende Personen an der Einreise gehindert.
Wichtigste Zahlen im Überblick
Zwischen dem 16. September 2024 und dem 31. März 2026 registrierte die Bundespolizei insgesamt 18.760 unerlaubte Einreisen an Bayerns Landgrenzen. Der überwiegende Teil erfolgte über Österreich, gefolgt von der Tschechischen Republik.
| Kategorie | Gesamt | Österreich (AUT) | Tschechische Republik (CZ) |
|---|---|---|---|
| Unerlaubte Einreisen | 18.760 | 14.648 | 4.112 |
| Zurückweisungen/Zurückschiebungen | 12.050 | 10.928 | 1.122 |
| Wiedereinreisesperren | 688 | 608 | 80 |
| Festgenommene Schleuser | 955 | 888 | 67 |
| Vollstreckte Haftbefehle | 3.988 | 3.212 | 776 |
| Extremistische Feststellungen (PMK-Treffer) | 286 | 221 | 65 |
Zusätzlich wurden seit Mai 2025 allein an den Landgrenzen mehr als 10.000 unerlaubte Einreisen festgestellt und über 7.100 Personen zurückgewiesen oder zurückgeschoben.
Mehr Fahndungserfolge durch Kontrollen
Neben migrationsbezogenen Maßnahmen zeigen die Zahlen auch erhebliche Effekte im Bereich der inneren Sicherheit. Fast 4.000 offene Haftbefehle konnten vollstreckt werden. Zudem nahm die Bundespolizei 955 mutmaßliche Schleuser fest und identifizierte fast 300 Personen mit extremistischem Hintergrund.
Die Grenzkontrollen wirken damit auch als Fahndungsinstrument gegen organisierte Kriminalität und sicherheitsrelevante Personen.
Bewertung der Entwicklung
Die Statistik macht deutlich: Die wiedereingeführten Grenzkontrollen verhindern einen Teil unerlaubter Einreisen unmittelbar durch Zurückweisungen. Gleichzeitig bleiben die Gesamtzahlen weiterhin hoch, was zeigt, dass Kontrollen Migration zwar begrenzen, aber nicht vollständig verhindern können.
Fazit
Die aktuellen Daten sprechen dafür, dass die Grenzkontrollen messbare Wirkung entfalten. Besonders bei Zurückweisungen, Schleuserkriminalität und Fahndungstreffern zeigen sich klare Erfolge. Als alleinige Maßnahme zur Steuerung von Migration reichen sie jedoch nicht aus, sondern bleiben ein Baustein innerhalb einer umfassenderen Sicherheits- und Migrationspolitik.

