BayernUmwelt und Natur

Pilze als Helfer der Spechte: LBV sucht Beobachtungen aus der Oberpfalz

Was haben Pilze mit Spechthöhlen zu tun? Genau das wollen Naturschützer und Wissenschaftler jetzt genauer untersuchen. Bei einem neuen Mitmachprojekt sind auch Beobachtungen aus der Oberpfalz gefragt.

Wer beim Spaziergang im Wald eine Spechthöhle entdeckt, sollte künftig auch einen Blick auf den restlichen Baum werfen: Wachsen dort Pilze? Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) will gemeinsam mit der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft und der Universität Bayreuth herausfinden, wie eng Spechte und holzzersetzende Pilze miteinander verbunden sind. Dafür setzt das Projekt auf die Mithilfe der Bevölkerung in ganz Bayern.

Mitmachen: Wer eine Spechthöhle entdeckt und am selben Baum auch einen Pilz findet, kann seine Beobachtung beim LBV melden.

Pilze machen das Holz weicher

Hinter dem Projekt steckt eine interessante Vermutung: Manche Spechte könnten gezielt Bäume nutzen, deren Holz bereits durch Pilze geschwächt wurde. Holzzersetzende Pilze machen das Holz weicher und erleichtern den Vögeln damit möglicherweise den Bau ihrer Höhlen.

„Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger in ganz Bayern dazu ein, beim nächsten Spaziergang einmal ganz genau hinzusehen: Entdecken Sie eine Spechthöhle und wächst am selben Baum auch ein Pilz?“, erklärt LBV-Projektmanagerin Lotte Krüger. Jede gemeldete Beobachtung könne einen Beitrag zur Forschung leisten.

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Ein Weißrückenspecht an einer Baumhöhle. Spechthöhlen sind nicht nur für die Vögel selbst wichtig, sondern werden später auch von zahlreichen anderen Tierarten genutzt.
Foto: Hans-Joachim Fünfstück/LBV Bildarchiv

Spechthöhlen sind kleine Lebensräume

Die Höhlen haben für die Artenvielfalt eine große Bedeutung. Sie dienen Spechten als Brut- und Schlafplatz. Später ziehen dort beispielsweise auch Fledermäuse, Siebenschläfer oder Meisen ein. Auch Totholzkäfer können davon profitieren.

Besonders interessant ist das Verhalten des Schwarzspechts. Nach Angaben des LBV hackt er zunächst lediglich eine kleine Mulde in einen Baum. Dort können Feuchtigkeit und Pilzsporen eindringen. Das Holz wird nach und nach weicher. Erst Jahre später kann der Specht die Stelle zu einer Bruthöhle erweitern.

Der wesentlich kleinere Kleinspecht ist dagegen schon beim Beginn des Höhlenbaus auf weiches und stärker zersetztes Holz angewiesen, weil sein Schnabel weniger kräftig ist.

Viele Fragen sind noch offen

Bislang wissen die Forschenden nach Angaben des LBV noch nicht genau, welche Pilzarten besonders häufig an Höhlenbäumen wachsen, welche Baumarten dabei eine Rolle spielen und wie groß der Anteil der tatsächlich von Pilzen besiedelten Höhlenbäume ist.

Mit möglichst vielen Meldungen aus ganz Bayern soll nun eine breitere Datengrundlage entstehen. Die Ergebnisse könnten auch Erkenntnisse für den Arten- und Lebensraumschutz liefern. Gleichzeitig möchte der LBV mehr Aufmerksamkeit auf die oftmals wenig beachtete Vielfalt der Pilze lenken.

So kann man mitmachen

Wer bei einem Spaziergang oder einer Wanderung eine Spechthöhle entdeckt, kann prüfen, ob am selben Baum auch ein Pilz wächst. Beobachtungen können über die Internetseite des LBV gemeldet werden:

Spechthöhle und Pilz beim LBV melden

Das Mitmachprojekt gehört zum Gemeinschaftsprojekt „Pilzartenschutz in Bayern“. Dieses wurde im Herbst 2025 vom LBV, der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft und der Universität Bayreuth gestartet. Das vierjährige Vorhaben wird vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.


Transparenzhinweis: Die Grundlage dieses Berichts bildet eine Pressemitteilung des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV). Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.