Verkehrsminister testen Magnetschwebebahn in der Oberpfalz
Forderung nach Bundesförderung für innovative Nahverkehrslösung
SENGENTHAL. Die Magnetschwebebahn könnte künftig eine wichtige Rolle im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland spielen. Bei einem Besuch in Sengenthal haben Verkehrsminister mehrerer Bundesländer das sogenannte Transport System Bögl (TSB) getestet und sich über den aktuellen Stand der Technologie informiert.
Eingeladen hatte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz ist. Nach der gemeinsamen Fahrt zeigte er sich überzeugt: Die Magnetschwebebahn sei leise, effizient und emissionsfrei und damit ein vielversprechender Ansatz für die Mobilität der Zukunft.
Länder drängen auf Fördermöglichkeiten
Bereits bei der Verkehrsministerkonferenz Ende März in Lindau hatten sich die Länder mit dem Thema beschäftigt. Dabei wurde der Bund aufgefordert, Magnetschwebebahnen als innovative Technologie in die Förderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes aufzunehmen.
Auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sieht Potenzial: Alternative Systeme wie Schwebebahnen könnten dort sinnvoll sein, wo klassische Lösungen wie Straßen- oder Eisenbahnen an Grenzen stoßen – etwa aus Platz- oder Naturschutzgründen.
Einsatz in Bayern denkbar
Ein möglicher Einsatz der Technologie wird auch in Bayern geprüft. Laut Bernreiter gibt es bereits Überlegungen für Projekte im Raum Nürnberg. Voraussetzung sei jedoch eine wirtschaftliche Umsetzung und eine sinnvolle Integration in bestehende Verkehrsnetze.
Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde betonte, dass neben Investitionen in bestehende Infrastruktur auch innovative Mobilitätsangebote stärker berücksichtigt werden müssten, um den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken.
Teststrecke seit 2012 in Betrieb
Das Transport System Bögl wurde von der Firmengruppe Max Bögl entwickelt. Vorstandsvorsitzender Stefan Bögl verwies auf die wachsenden Anforderungen im Infrastrukturbau und sieht das System als zukunftsfähige Lösung.

Die fahrerlose Magnetschwebebahn erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde und kann laut Hersteller pro Fahrzeug bis zu 127 Personen transportieren. In Sengenthal ist das System auf einer rund 860 Meter langen Teststrecke bereits seit 2012 im Einsatz.
Auch Thüringens Infrastrukturstaatssekretär Tobias Knoblich sieht in der Technologie großes Potenzial, betont jedoch, dass zunächst weitere Modellprojekte notwendig seien, um Erfahrungen für einen möglichen breiteren Einsatz zu sammeln.

Foto: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

