BayernUmwelt und Natur

Wenn das Rebhuhn „Kirräck“ ruft: Balzzeit des Jahresvogels 2026 startet

Selten gewordenes Feldhuhn geht ab Mitte Februar auf Partnersuche

REGENSTAUF. „Kirräck“ hallt es in den kommenden Wochen wieder durch Felder und Wiesen: Das Rebhuhn, Jahresvogel 2026, beginnt mit der Balz. In der Dämmerung, frühmorgens oder am späten Abend, machen die Männchen mit ihrem rauen Revierruf auf sich aufmerksam. Wer dieses scharrende Rufen bei einem Spaziergang hört, erlebt einen besonderen Moment – denn das Rebhuhn ist in Bayern selten geworden.

Darauf weist der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) hin. Eine erfolgreiche Brut sei deshalb von großer Bedeutung. Voraussetzung dafür sind strukturreiche Lebensräume mit ausreichend Brach- und Blühflächen.

Treue Paare, große Gelege

Haben Hahn und Henne zueinandergefunden, bleiben sie sich nach einer intensiven Kennenlernphase oft ein – wenn auch meist kurzes – Leben lang treu. Erst im Mai kommt es zur Paarung. Wenig später legt die Henne bis zu 20 Eier. Bis das Gelege vollständig ist, können mehrere Wochen vergehen. Anschließend brütet sie gut versteckt in dichter Vegetation rund 24 bis 25 Tage. Ständige Wachsamkeit ist nötig, denn Nesträuber wie der Fuchs stellen eine große Gefahr dar.

Lebensraum wird knapper

Entscheidend für den Bruterfolg ist eine vielfältige Agrarlandschaft: Felder, Wiesen, Hecken, Brachen und Blühstreifen bilden ein Mosaik, das Schutz und Nahrung bietet. Allerdings wurde eine EU-Vorgabe zurückgenommen, nach der mindestens vier Prozent der Ackerfläche brachliegen sollten. Naturschützer fordern daher, Förderprogramme auszubauen und Anreize für Landwirte zu schaffen, mehr Lebensräume in der Feldflur zu erhalten.

Eine artenreiche Landschaft komme nicht nur bedrohten Vogelarten zugute, sondern auch den Menschen – als Raum für Naturerleben und Erholung.

Was jeder tun kann

Auch Verbraucher können einen Beitrag leisten: Der Griff zu Bio-Produkten unterstützt eine naturverträglichere Landwirtschaft mit geringerem Pestizideinsatz. Davon profitieren neben dem Rebhuhn zahlreiche weitere Feldvögel.

Wichtige Erkenntnisse über Bestände liefert zudem das Monitoring seltener Brutvögel. Während der Balz von Mitte Februar bis Mitte März werden Rebhühner erfasst. Die Kartierung gilt als vergleichsweise einfacher Einstieg ins Vogelmonitoring, da sich alles auf eine Art konzentriert und der Zeitaufwand überschaubar bleibt.