BlaulichtLandkreis Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Tunnelübung unter Ausschluss der Medien

Staatliches Bauamt informiert erst 26 Tage nach der Großübung

NEUSTADT/WN. Fast vier Wochen nach einer groß angelegten Feuerwehrübung im Mühlbergtunnel hat das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach erstmals darüber informiert. Die Pressemitteilung ging erst heue heraus – obwohl die Übung bereits am 2. Juli als Abschluss der sechswöchigen Tunnelsperrung stattfand.

Dabei handelte es sich keineswegs um eine gewöhnliche Einsatzübung. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts waren knapp 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Neustadt an der Waldnaab, Altenstadt an der Waldnaab, Störnstein und Lanz sowie des Bayerischen Roten Kreuzes und der Polizei beteiligt.

Anspruchsvolles Szenario

Das vorbereitete Übungsszenario hatte es in sich: Ein Verkehrsunfall im Tunnel mit eingeklemmten Personen, beschädigte Gefahrgutbehälter, austretender Stoff mit explosionsfähigem Luft-Gas-Gemisch sowie ein kollabierter Atemschutzgeräteträger nach einer simulierten Durchzündung verlangten den Einsatzkräften einiges ab.

Laut Pressemitteilung bewährten sich dabei auch die neu angeschafften Transportwagen des Staatlichen Bauamts. Die Übung sei erfolgreich verlaufen und habe sowohl die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren als auch die modernisierte Tunneltechnik unter realitätsnahen Bedingungen bestätigt.

Keine unabhängige Beobachtung möglich

Auffällig ist jedoch die Art der Kommunikation. Während bei vielen größeren Einsatzübungen Medienvertreter vor Ort eingeladen werden, um sich selbst ein Bild vom Ablauf zu machen und unabhängig zu berichten, geschah dies bei der Tunnelübung nicht.

Stattdessen wurde die Öffentlichkeit erst fast vier Wochen später ausschließlich über eine Pressemitteilung informiert. Damit stützt sich die Berichterstattung zwangsläufig allein auf die Darstellung des Staatlichen Bauamts. Eine unabhängige Beobachtung des Übungsverlaufs oder eine journalistische Einordnung vor Ort war nicht möglich.

Ob die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen tatsächlich so reibungslos verlief, wie es in der Pressemitteilung beschrieben wird, lässt sich im Nachhinein daher nicht unabhängig überprüfen.

Ehrengäste vor Ort

Nach Angaben des Staatlichen Bauamts verfolgten unter anderem Neustadts Erste Bürgermeisterin Tanja Kippes, Dritter Bürgermeister Stefan Hausdorf und Feuerwehrreferent Josef Arnold die Übung. Organisiert wurde das Szenario von Zugführer und Leiter Atemschutz Sebastian Zapf gemeinsam mit seinem Team.

Gerade weil die Übung den Abschluss einer umfangreichen Sanierung des Mühlbergtunnels bildete und nahezu 100 Einsatzkräfte eingebunden waren, wäre eine frühzeitige Information der Öffentlichkeit und eine Einladung der regionalen Medien aus journalistischer Sicht wünschenswert gewesen.