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Riedenburger Brauhaus erhält „Goldenen Regenwurm“ 2026

Auszeichnung für Mut, Konsequenz und gelebte Bio-Partnerschaft

KLOSTER PLANKSTETTEN. Große Ehre für das Riedenburger Brauhaus: Im Rahmen des Verbandsabends bei der Bioland-Woche Anfang Februar ist das Traditionsunternehmen mit dem „Goldenen Regenwurm“ 2026 ausgezeichnet worden. Der Bioland Landesverband Bayern würdigte damit das langjährige Engagement der Familie Krieger für den ökologischen Landbau und die enge Partnerschaft mit Bioland.

In ihrer Laudatio betonten Lucia Gruber, Mitglied im Landesvorstand, sowie der Landesvorsitzende Oliver Alletsee die außergewöhnliche Entwicklung der Brauerei. Tief verwurzelt im Altmühltal stehe das Unternehmen für regionale Verantwortung und Respekt vor der Natur. Entscheidend für den heutigen Erfolg sei jedoch vor allem der Mut gewesen, früh neue Wege zu gehen.

Pionierarbeit in Bayern

Mitte der 1990er-Jahre stellten Martha und Michael Krieger die Weichen neu – und wagten einen Schritt, der damals als kühn galt: die komplette Umstellung auf ökologische Brauweise. Das Riedenburger Brauhaus war damit die erste Brauerei in Bayern, die zu 100 Prozent auf Bio setzte.

Die Folgen waren zunächst spürbar. Der Ausstoß halbierte sich, Bio-Rohstoffe waren kaum verfügbar, vielerorts überwog Skepsis. „Heute wirkt die Umstellung fast selbstverständlich. Damals war es ein Sprung ins kalte Wasser“, erinnerte sich Maximilian Krieger bei der Preisverleihung. Auch Martha Krieger sprach von schwierigen Anfangsjahren – und von großem Zusammenhalt: „Den Ökolandbau zu den Menschen zu bringen, war unsere gemeinsame Aufgabe und unser Ziel.“

Bioland begleitete diesen Weg von Beginn an. Gemeinsam wurden Lieferketten aufgebaut, etwa für Bio-Braugerste. Die Entwicklung des Verbandes sei eng mit jener der Brauerei verbunden gewesen, so Alletsee.

Enge Partnerschaft mit den Landwirten

Schon vor der Umstellung suchten Martha und Michael Krieger den Austausch mit Bioland-Höfen, informierten sich über Grundlagen des ökologischen Landbaus und knüpften Kontakte. Daraus entstanden langfristige Kooperationen und neue Impulse für den Anbau.

Für viele Bioland-Landwirte in der Region entwickelte sich das Riedenburger Brauhaus zu einem verlässlichen Partner. Alte Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn fanden ihren Weg zurück auf die Felder – und in den Sudkessel. „Dazu braucht es Vertrauen auf beiden Seiten“, betonte Lucia Gruber.

Für Martha Krieger ist Bioland bis heute weit mehr als ein Label auf dem Etikett. Ohne die begleitende Unterstützung des Verbandes wäre der erfolgreiche Weg so nicht möglich gewesen. Ihr Dank galt besonders den Landwirten, „die Tag für Tag dafür sorgen, dass unsere Äcker fruchtbar bleiben und unser Brauwasser sauber“.

Martha, Maximilian, Katrin und Michael Krieger.
Foto: Elias Treugut

Neubau setzt klares Zeichen

Mit dem aktuellen Neubau der Brauerei wird der eingeschlagene Kurs konsequent fortgeführt. Sudhaus, Gär- und Lagerkeller sowie die Energieversorgung werden umfassend modernisiert. Ziel ist eine Produktion mit 100 Prozent regenerativer Energie – ganz ohne fossile Brennstoffe.

„Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind keine neuen Themen, sondern die konsequente Weiterentwicklung dessen, wofür Bioland seit Jahrzehnten steht“, erklärte Maximilian Krieger. Der Preis gehöre daher nicht nur der Brauerei, sondern allen Partnern, die diesen Weg mitgegangen seien.

Eröffnet wurde der Abend von der Bayerischen Bio-Königin Annalena Dworschak. Der „Goldene Regenwurm“ ehrt Persönlichkeiten und Betriebe, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern verdient gemacht haben. Verliehen wird die Auszeichnung traditionell im Kloster Plankstetten.

Neben dem Riedenburger Brauhaus wurden in diesem Jahr weitere engagierte Betriebe ausgezeichnet.