Kliniken Nordoberpfalz geben allen drei Krankenhausstandorten eine Zukunft
Kemnath soll Zentrum für Innere Medizin und Altersmedizin werden, Tirschenreuth für Orthopädie. Weiden erhält eine eigene Akutgeriatrie. Auch für die Beschäftigten sieht das Konzept eine Perspektive im Klinikverbund vor.
WEIDEN. Die Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) will ihre drei Krankenhausstandorte Kemnath, Tirschenreuth und Weiden erhalten und jedem Haus ein klares medizinisches Profil geben. Das Zukunftskonzept stellte die KNO am Dienstag, 29. September, bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vor. Der Aufsichtsrat hatte es am 24. September einstimmig beschlossen.
Neben Vorstand Ralph Junghans präsentierten Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler sowie die Landräte Andreas Meier und Hubert Schicker die Pläne. Auch Vertreter der Klinikleitung, des Betriebsrats und betroffene Chefärzte waren bei der Vorstellung dabei.
Für Kemnath ist die Entscheidung besonders bedeutsam. Nach Darstellung der KNO wäre der Standort unter den neuen Anforderungen der Krankenhausreform ohne Kurswechsel Ende 2027 von der Schließung bedroht. Künftig soll das Haus als Fachkrankenhaus für Innere Medizin und Altersmedizin weitergeführt werden. Die Akutgeriatrie mit 44 Betten zieht dafür von Tirschenreuth nach Kemnath.
„Mit dem neuen Konzept bleiben wir als der starke und verlässliche Gesundheitsversorger in der nördlichen Oberpfalz in der Fläche präsent“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Zeitler. Junghans betonte, das Konzept sei nicht aus Geldnot entstanden, sondern solle den Häusern auf Grundlage der neuen gesetzlichen Vorgaben eine langfristige Perspektive geben.
Klare Aufgaben für Kemnath, Tirschenreuth und Weiden
In Tirschenreuth will die KNO die geplanten orthopädischen Eingriffe aus Kemnath und Weiden bündeln. Dort soll ein Zentrum für Orthopädie und Endoprothetik entstehen, etwa für künstliche Hüft- und Kniegelenke. Die vorhandenen Operationssäle wurden nach KNO-Angaben bereits modernisiert. Notfallambulanz, ambulante Operationen und die bestehenden ambulanten Angebote sollen erhalten bleiben.
Kemnath konzentriert sich künftig auf Innere Medizin und Altersmedizin. Stationäre chirurgische und orthopädische Eingriffe werden an andere KNO-Standorte verlagert. Internistische Notfälle sollen dort weiterhin rund um die Uhr versorgt werden; auch ambulante chirurgische Behandlungen und Operationen bleiben laut KNO möglich.
Weiden bleibt der zentrale Schwerpunktversorger. Das Klinikum soll eine eigene Akutgeriatrie mit zunächst 20 Betten erhalten und die Allgemein- und Viszeralchirurgie aus Kemnath übernehmen. Für ältere Patientinnen und Patienten aus dem Raum Weiden können dadurch Wege kürzer werden.
Für Erbendorf bedeutet das Konzept zunächst Kontinuität: Die geriatrische Rehabilitation bleibt vorerst in der Steinwaldklinik. Nach aktuellem Plan soll sie 2029 nach Tirschenreuth umziehen. Dort wären dann neben 40 Betten für das orthopädische Fachkrankenhaus weitere 80 Betten für die Reha vorgesehen.
Beschäftigte sollen Angebote im Verbund erhalten
Die KNO beschäftigt rund 3.100 Menschen. Ihre Arbeitsplätze sollen im Klinikverbund im Wesentlichen erhalten bleiben. Wer von einer Verlagerung betroffen ist, soll in Abstimmung mit dem Betriebsrat ein Angebot an einem KNO-Standort erhalten. Junghans zufolge haben die beteiligten Chefärzte, Führungskräfte der Pflege und Betriebsratsvorsitzende an dem Konzept mitgewirkt.
Anfang Oktober will die KNO die nötigen Änderungen beim Bayerischen Gesundheitsministerium beantragen. Die Verlagerung der Abteilungen ist für Ende März 2027 geplant. Bis dahin stehen noch die erforderlichen Entscheidungen und Vorbereitungen an. Das Ziel beschreibt Junghans so: „Unser Anspruch ist es, unsere Patientinnen und Patienten in der Nordoberpfalz weiterhin wohnortnah bestmöglich zu versorgen.“



Transparenzhinweis: Grundlage dieses Berichts waren eine Pressemitteilung der Kliniken Nordoberpfalz AG und Angaben zur Pressekonferenz. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.

