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Jura-Bachelor in Bayern: CSU-Arbeitskreise schlagen zusätzliche Leistungen vor

MÜNCHEN. Studierende der Rechtswissenschaft sollen in Bayern künftig einen Bachelor of Laws (LL.B.) erwerben können. Dafür haben der Arbeitskreis Juristen (AKJ) und der Arbeitskreis Hochschule (AKH) der CSU Eckpunkte vorgelegt. Ihr Modell sieht neben den Leistungen des regulären Jurastudiums zusätzliche Prüfungen im Umfang eines Vollzeitsemesters vor. Das Staatsexamen soll bestehen bleiben.

Nach dem Vorschlag müssten Studierende zunächst die Voraussetzungen für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung erfüllen. Hinzukämen eine Bachelorarbeit oder eine gleichwertige wissenschaftliche Arbeit sowie die zusätzlichen berufsqualifizierenden Studienleistungen. Eine bereits erfolgreich verfasste Arbeit aus dem universitären Schwerpunktbereich könnte als Bachelorarbeit zählen. Die Studien- und Prüfungsordnungen sollen der Zustimmung des bayerischen Justizministeriums bedürfen.

AKJ-Vorsitzender Winfried Bausback und AKH-Vorsitzender Stephan Oetzinger stellen den Abschluss als eigenständige Zusatzqualifikation dar. Oetzinger sieht darin zugleich ein „Auffangnetz“ für Studierende, die das Staatsexamen nicht bestehen. Der vorgeschlagene Bachelor wäre allerdings nicht allein durch die ohnehin erbrachten Studienleistungen zu erwerben: Das zusätzliche Semester ist ein wesentlicher Unterschied zu einem vollintegrierten Modell.

Eine bereits abgelehnte Lösung sah anders aus

Die Debatte hat eine Vorgeschichte. Im Juni 2026 lehnte der Bayerische Landtag einen Gesetzentwurf der Grünen für einen integrierten Jura-Bachelor ab. Dieser Entwurf sah ausdrücklich vor, für den Abschluss keine zusätzlichen Studien- oder Prüfungsleistungen zu verlangen. Ein Bachelor sollte unter bestimmten Voraussetzungen auch nach endgültigem Nichtbestehen der Ersten Juristischen Prüfung möglich sein. bayern.landtag.de

Auch innerhalb der Unionsfamilie gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Die Junge Union Bayern fordert einen vollintegrierten LL.B. nach erfolgreich abgeschlossenem Schwerpunktstudium. Der RCDS Bayern spricht sich dagegen für ein Modell mit ergänzenden Qualifikationsanforderungen aus. Bereits bei einem Fachgespräch im Juli waren diese Positionen nach Darstellung der CSU zur Sprache gekommen. Junge Union Bayern

Wie relevant eine Absicherung während des Jurastudiums sein kann, zeigen die Prüfungszahlen: Im Jahr 2025 bestanden in Bayern 28,07 Prozent der Teilnehmenden die Erste Juristische Staatsprüfung beim erfassten Prüfungsversuch nicht. Endgültig gescheitert waren laut Landesjustizprüfungsamt 3,7 Prozent. Die beiden Zahlen beschreiben also unterschiedliche Sachverhalte. justiz.bayern.de

Bislang handelt es sich bei den Eckpunkten von AKJ und AKH um einen politischen Vorschlag. Wann und in welcher Form ein bayerischer Jura-Bachelor eingeführt werden könnte, ist damit noch offen.

Transparenzhinweis: Grundlage dieses Berichts war unter anderem eine Pressemitteilung der CSU. Ergänzend wurden Dokumente des Bayerischen Landtags, Angaben des Landesjustizprüfungsamts sowie Stellungnahmen von Junge Union und RCDS ausgewertet. Die textliche Ausarbeitung erfolgte mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) und wurde vor der Veröffentlichung redaktionell überprüft.