Landkreis TirschenreuthPolitik

Grüne kritisieren Wärmeplanung der Stadt – Vorwürfe gegen Bürgermeister Reger

„Veraltete Daten und fehlende Fachkompetenz!“

ERBENDORF. Kritik an der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Erbendorf kommt vom Ortsverband Steinwald von Bündnis 90/Die Grünen. Wie aus einer Pressemitteilung der Partei hervorgeht, werfen die Stadtratsfraktion und der Ortsverband Bürgermeister Johannes Reger (CSU) vor, die Planung ohne ausreichende fachliche Grundlage veröffentlicht zu haben.

In der Mitteilung heißt es, das vorgelegte Dokument vom 19. Februar 2026 basiere teilweise auf veralteten Daten und sei ohne Einbindung des Stadtrats sowie ohne externe Fachbüros erstellt worden. Die Grünen fordern deshalb, die Planung zurückzunehmen, sie in die zuständigen Gremien zu überweisen und die endgültige Ausarbeitung an ein spezialisiertes Ingenieurbüro zu vergeben.

Bezug auf Konzepte aus dem Jahr 2014

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, stütze sich die aktuelle Wärmeplanung unter anderem auf das Energiekonzept der Stadt Erbendorf vom 15. Oktober 2014 sowie auf ein Geothermie-Konzept aus dem September desselben Jahres.

„In den vergangenen zwölf Jahren haben sich sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert“, wird Grünen-Stadtrat David Runschke in der Pressemitteilung zitiert. Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass auf ältere Konzepte zurückgegriffen werde, statt eine aktuelle Planung vorzulegen.

Nach Darstellung der Grünen habe ihre Fraktion bereits seit Jahren gefordert, externe Fachkompetenz einzubinden. Dieses Ansinnen sei von Bürgermeister Reger wiederholt mit Verweis auf vermeintlich zu hohe Kosten abgelehnt worden.

Kritik am Zeitpunkt der Veröffentlichung

Besonders kritisch sehen die Grünen laut Mitteilung auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Demnach sei die Wärmeplanung nur wenige Tage vor den Kommunalwahlen publiziert worden – ohne vorherige Beratung im Stadtrat.

„Dieser überstürzte Schnellschuss erfüllt zwar formal gesetzliche Möglichkeiten, entbehrt jedoch jeder sachlichen Grundlage“, wird Fabian Keppler-Stobrawe, Co-Sprecher des Ortsverbands Steinwald, in der Mitteilung zitiert.

Außerdem verweisen die Grünen darauf, dass bei einem früheren Start der Planung staatliche Förderungen von bis zu 100 Prozent der Kosten möglich gewesen wären. Stattdessen sei nun ein von der Stadt selbst erstelltes Dokument veröffentlicht worden.

Die Grünen fordern deshalb laut Mitteilung, die veröffentlichte Wärmeplanung zurückzunehmen, sie in den zuständigen Ausschüssen prüfen zu lassen und ein Fachbüro mit der Erstellung eines neuen Konzepts zu beauftragen.

Hintergrund: Was die kommunale Wärmeplanung ist

Die kommunale Wärmeplanung ist ein Instrument der Energie- und Klimapolitik. Städte und Gemeinden sollen dabei untersuchen, wie Gebäude künftig klimafreundlich mit Wärme versorgt werden können – etwa durch Fernwärme, Wärmepumpen, Geothermie oder andere erneuerbare Energien.

Auch in Bayern müssen Kommunen in den kommenden Jahren entsprechende Planungen erstellen. Ziel ist es, langfristig zu klären, welche Heizlösungen in welchen Stadtgebieten sinnvoll sind und wie fossile Energieträger Schritt für Schritt ersetzt werden können.