Grüne Erbendorf gehen mit Spitzenprogramm in die Stadtratswahl
ERBENDORF. Gute Stimmung und intensive Gespräche prägten die offizielle Vorstellung des Wahlprogramms von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bürgerhaus Erbendorf. Die Kandidaten für den Erbendorfer Stadtrat stellten vor rund 30 Gästen ihre zentralen Schwerpunkte für die kommenden sechs Jahre vor.
Im Mittelpunkt stehen Lösungen für eine effizientere Verwaltung, nachhaltige Wirtschaftsförderung, die Energiewende vor Ort sowie die Stärkung des Gemeinschaftslebens. „Wir benötigen eine handlungsfähige Wirtschaft, die Klimaschutz und Unternehmergeist miteinander als Chance sieht und Zukunft schafft“, betonte Stadtrat Josef Schmidt in seiner Ansprache.
Verwaltung modernisieren und Synergien nutzen
Ein zentrales Anliegen ist die Modernisierung der Verwaltung. Durch kluge Aufgabenverteilung, Digitalisierung und die Einführung eines zentralen Lotsenpunkts im Rathaus sollen Bürger schneller und unkomplizierter unterstützt werden. Zudem wird die Prüfung von Verwaltungsgemeinschaften mit Nachbargemeinden angestrebt, um Synergien zu nutzen und Doppelarbeit zu vermeiden – ohne dabei demokratische Strukturen zu gefährden.
Klimaneutrale Wirtschaft und attraktive Stadt
Für die wirtschaftliche Entwicklung setzen die Grünen auf interkommunale Gewerbegebiete, die klimaneutral und verkehrsgerecht erschlossen werden. Neue Unternehmen sollen ökologische Standards erfüllen – von Kreislaufwirtschaft bis hin zu erneuerbaren Energien. Gleichzeitig soll die Attraktivität der Stadt für Fachkräfte durch bezahlbaren Wohnraum, eine verbesserte ÖPNV-Anbindung und ein erweitertes kulturelles Angebot gesteigert werden.
Energiewende bis 2035
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energiewende. Erbendorf soll bis 2035 vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen – unterstützt durch Bürgerenergiegenossenschaften und Windkraftbeteiligungen. Jedes städtische Dach soll zur Stromquelle werden, die selbst produzierte Energie zur Finanzierung von Schulen, Kitas und sozialen Projekten beitragen. Zudem wird ein kommunales Wärmekonzept mit Biomasse, Solarthermie und Abwärmenutzung angestrebt.
Gemeinschaft stärken und Beteiligung ausbauen
Für ein lebendiges Gemeinschaftsleben fordern die Grünen die nachhaltige Sanierung des Freibads, die Schaffung konsumfreier Räume für Jugendliche sowie die Weiterentwicklung des Stadtparks zu einem inklusiven Familienpark. Ein Beteiligungsbudget soll Bürgern jährlich Mitspracherechte bei der Gestaltung öffentlicher Räume einräumen. Zudem ist die Einrichtung eines Reparaturcafés geplant, um nachhaltigen Konsum zu fördern.
„Politik ist kein Zuschauersport“, unterstrich Stadtratskandidat Fabian Keppler-Stobrawe. „Wir setzen uns für mehr Transparenz, digitale Teilhabe und regelmäßige Beteiligungsformate ein. Bürgerfragen sollen künftig direkt in die öffentlichen Stadtratssitzungen eingebracht werden können – live und online.“

