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Fachkräftereport 2026: Demografischer Wandel verschärft Personalmangel im Landkreis

Arbeitsmarkt unter Druck

TIRSCHENREUTH. Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth, welche Branchen suchen besonders dringend Personal und welche Folgen hat der demografische Wandel? Antworten liefert der jetzt veröffentlichte „Fachkräftereport 2026“ des Bildungsbüros am Landratsamt.

Die Analyse zeigt deutlich: Der Fachkräftemangel ist im Landkreis längst Realität – und die Situation wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Hauptursache ist die demografische Entwicklung. Bis 2043 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter spürbar sinken. Gleichzeitig erreichen viele Beschäftigte in den kommenden Jahren das Rentenalter. Bereits heute ist ein erheblicher Anteil der Arbeitnehmer älter als 55 Jahre.

Hinzu kommt ein nahezu ausgeschöpfter Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt seit Jahren auf niedrigem Niveau, offene Stellen lassen sich immer schwerer besetzen. Die durchschnittliche Dauer bis zur erfolgreichen Stellenbesetzung hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Besonders groß ist der Bedarf im verarbeitenden Gewerbe, im Bau, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialbereich.

Ausbildungsmarkt mit offenen Stellen

Auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigen sich deutliche Herausforderungen. Zwar stellen die Betriebe im Landkreis zahlreiche Ausbildungsplätze zur Verfügung, doch zunehmend bleiben diese unbesetzt. Gleichzeitig pendeln viele junge Menschen für Ausbildung oder Arbeit in andere Regionen. Der Report sieht hier zentrale Ansatzpunkte, um vorhandene Potenziale stärker in der Region zu halten und Betriebe langfristig zu sichern.

Chancen durch Zuwanderung und Einpendler

Neben den Herausforderungen benennt der Bericht auch positive Entwicklungen: Die Zahl der Einpendler steigt kontinuierlich, zudem weist der Landkreis seit Jahren eine überwiegend positive Wanderungsbilanz auf. Diese Dynamik eröffnet Chancen, zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen und langfristig an die Region zu binden.

Landrat Roland Grillmeier unterstreicht die strategische Bedeutung der Analyse: „Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur einzelne Branchen, sondern unsere gesamte Region. Wenn Betriebe keine Mitarbeitenden finden, hat das Auswirkungen auf Wachstum, Versorgung und Lebensqualität. Mit dem Fachkräftereport schaffen wir eine fundierte Grundlage, um gemeinsam mit Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Kommunen gezielt gegenzusteuern. Es geht darum, Ausbildung zu stärken, Zuwanderung klug zu gestalten und unsere Region für Fachkräfte attraktiv zu halten.“

Der „Fachkräftereport 2026“ steht online unter www.kreis-tir.de/bildung zur Verfügung. Gedruckte Exemplare können per E-Mail an hilmar.fuetterer@tirschenreuth.de bestellt werden. Fachliche Auskünfte erteilt Bildungsmonitorer Dr. Wolfgang Heß unter wolfgang.hess@tirschenreuth.de oder telefonisch unter 09631/88-707.

Der Bericht entstand im Rahmen des Bundesprogramms „Bildungskommunen“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie den Europäischen Sozialfonds.