WEIDNER DR. CHRISTIAN FREUDING AN DER SPITZE DES HEERES
Von Roland Wellenhöfer
WEIDEN/STRAUSBERG. Dr. Christian Freuding steht seit Oktober 2025 an der Spitze des deutschen Heeres. Der Generalleutnant ist Inspekteur des Heeres und damit der ranghöchste Soldat der Landstreitkräfte der Bundeswehr. Geboren am 20. August 1971 in Weiden in der Oberpfalz, führt ihn sein beruflicher Weg aus der nördlichen Oberpfalz bis in die höchste militärische Führungsverantwortung des Heeres.
Herkunft und militärische Prägung
Freuding stammt aus Weiden in der Oberpfalz, wo er geboren wurde und aufwuchs. Seine militärische Laufbahn begann 1990 mit der Ausbildung zum Offizier im Panzeraufklärungsbataillon 12. Früh wurde damit der Grundstein für eine Laufbahn in den gepanzerten und mechanisierten Kräften des Heeres gelegt.
Es folgte das Studium der Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr in Hamburg, das er erfolgreich abschloss. Bereits in dieser Phase verband Freuding militärische Praxis mit strategisch-politischer Analyse – ein Profil, das seine weitere Laufbahn prägen sollte.
Führung, Einsatz und Generalstabsverwendungen
Nach ersten Verwendungen als Zugführer und Kompaniechef im Panzeraufklärungslehrbataillon 3 übernahm Freuding früh Verantwortung in Ausbildung und Einsatz. Dazu zählten unter anderem Einsätze im Rahmen der Stabilization Force in Bosnien und Herzegowina sowie später in Afghanistan als Chef des Stabes eines Provincial Reconstruction Teams im ISAF-Einsatz.
Mit der Teilnahme am Nationalen Generalstabslehrgang sowie am Advanced Command and Staff Course im Vereinigten Königreich qualifizierte sich Freuding für höchste Führungs- und Stabsaufgaben. In der Folge war er in zentralen Verwendungen im Bundesministerium der Verteidigung tätig, unter anderem im Planungsstab sowie in unmittelbarer Nähe zur militärischen und politischen Leitung.
Ein wesentlicher Abschnitt seiner Laufbahn war das Kommando über die Panzerlehrbrigade 9, einen der zentralen Großverbände des Heeres. Dort verantwortete er Ausbildung, Einsatzbereitschaft und Weiterentwicklung moderner Gefechtsverbände.

Schlüsselrolle im Verteidigungsministerium
Ab 2022 leitete Freuding den Sonderstab Ukraine im Bundesministerium der Verteidigung. In dieser Funktion war er maßgeblich mit der militärischen Lagebewertung, der Koordination internationaler Unterstützungsleistungen und der strategischen Beratung der politischen Führung befasst.
Anschließend übernahm er die Leitung des Planungs- und Führungsstabes des Bundesministeriums der Verteidigung. Damit gehörte er zum engsten militärischen Führungskreis und trug Verantwortung für operative Planung, strategische Ausrichtung und ressortübergreifende Koordination.
Inspekteur des Heeres – höchster Soldat der Landstreitkräfte
Mit seiner Ernennung zum Inspekteur des Heeres übernahm Dr. Christian Freuding die Gesamtverantwortung für die deutschen Landstreitkräfte. In dieser Funktion führt er das Kommando Heer in Strausberg und verantwortet die Weiterentwicklung, Ausbildung und Einsatzbereitschaft des Heeres.
Dem Inspekteur unterstehen unter anderem das Amt für Heeresentwicklung, das Ausbildungskommando sowie das Feldheer mit seinen Divisionen. Damit trägt Freuding zentrale Verantwortung für die Umsetzung der sicherheitspolitischen Zeitenwende, die Bündnis- und Landesverteidigung sowie die Integration des Heeres in NATO-Strukturen.
Für die Oberpfalz ist seine Ernennung ein besonderer Moment: Ein gebürtiger Weidner steht heute an der Spitze des Heeres und prägt die militärische Ausrichtung Deutschlands in einer sicherheitspolitisch hochsensiblen Phase maßgeblich mit.

