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Freizeitsee Dießfurt: Investor zieht sich zurück – deutliche Kritik wegen fehlender kommunaler Unterstützung

DIEßFURT / PRESSATH. Das ambitionierte Projekt „Freizeitsee Dießfurt / NEW-SeeLAND“ ist gescheitert. Der potenzielle Investor hat seinen Rückzug erklärt und wird das Vorhaben nicht weiterverfolgen. Damit dürfte ein jahrelang vorbereitetes Projekt mit hoher regionaler Bedeutung endgültig vom Tisch sein. Aus der aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes Neustadt an der Waldnaab spricht dabei nicht nur Bedauern, sondern auch Kritik an der beteiligten Kommune.

Jahrelange Vorarbeit – klare Erwartungen

Auf Landkreisebene und innerhalb der interkommunalen Zusammenarbeit der ILE Region VierStädtedreieck wurde das Projekt über Jahre hinweg intensiv begleitet. Nutzungskonzepte wurden entwickelt, Fachstellen eingebunden, eine Machbarkeitsstudie erstellt. Diese bescheinigte dem Standort eindeutig Potenzial. Auch politisch galt das Vorhaben wiederholt als große Chance für den westlichen Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Das Landratsamt macht jedoch deutlich, dass konzeptionelle Vorarbeit allein nicht ausreicht. Für ein Projekt dieser Größenordnung seien verbindliche Schritte auf kommunaler Ebene zwingend notwendig gewesen.

Fehlende Verbindlichkeit auf kommunaler Ebene

Konkret benennt das Landratsamt unter anderem die fehlende Einleitung der Bauleitplanung, ungeklärte Fragen zur Erschließung und Verkehrsanbindung sowie das Ausbleiben klarer Beschlüsse mit einem verbindlichen Zeitplan. Ohne diese Grundlagen lasse sich keine Planungssicherheit für Investoren herstellen.

Zwischen den Zeilen wird deutlich: Die Umsetzungskraft vor Ort habe nicht mit dem hohen Engagement auf Landkreisebene Schritt gehalten. Dabei stellt das Landratsamt ausdrücklich klar, dass nie von einer alleinigen oder vollständigen Kostentragung durch die Standortkommune ausgegangen worden sei. Auch Grundeigentümer hätten sich bereits gesprächsbereit gezeigt.

Fehlende Entschtscheidungsbereitschaft

Der Rückzug des Investors wird als Signal gewertet, dass selbst gut vorbereitete Projekte scheitern können, wenn Verantwortung und Entscheidungsbereitschaft nicht auf allen Ebenen gleichermaßen vorhanden sind.

Für zukünftige Projekte fordert der Landkreis frühzeitig klare Zuständigkeiten, verbindliche Entscheidungen und echten Umsetzungswillen bei allen Beteiligten. Nur so ließen sich große Entwicklungschancen für die Region tatsächlich realisieren.

Großes Potenzial bleibt ungenutzt

Das Konzept „NEW SeeLAND“ sah unter anderem ein Familienhotel, Ferienhäuser, einen Abenteuerspielplatz sowie eine Markt- und Erlebnishalle vor. Ergänzt werden sollte das Angebot durch einen öffentlichen Badebereich, Umweltbildungsangebote und eine bewusst naturverträgliche Bebauung. Ziel war ein nachhaltiger Tourismus, von dem auch die heimische Bevölkerung profitiert hätte.

Mit dem Aus des Projekts bleibt dieses Potenzial nun ungenutzt – und die Diskussion um die Verantwortung für das Scheitern dürfte damit noch nicht beendet sein.