Brandschutzerziehung im Fokus: Neue Fachkräfte im Landkreis Neustadt/WN ausgebildet
Feuerwehr schult Ehrenamtliche für Präventionsarbeit mit Kindern, Schulen und Senioren
NEUSTANDT/WN. Brandschutz beginnt lange vor dem Einsatzfall – nämlich bei Aufklärung und Prävention. Um genau diese wichtige Aufgabe zu stärken, hat der Fachbereich 9 des Kreisfeuerwehrverbandes Neustadt/Waldnaab (KFV NEW) erneut ein Grundseminar zur Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung durchgeführt. An einem Samstag wurden im Feuerwehrhaus Altenstadt insgesamt 14 Feuerwehrdienstleistende aus acht Wehren des Landkreises zu neuen Fachkräften ausgebildet.
Fachbereichsleiter Thomas Mathes begrüßte die Teilnehmer und betonte die Bedeutung der Ausbildung: Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer – insbesondere bei Kindern. Ziel sei es daher, frühzeitig Wissen zu vermitteln und Gefahren verständlich zu erklären.
Wichtige Aufgabe für Feuerwehren und Schulen
Auch Kreisbrandrat Marco Saller unterstrich bei seiner Begrüßung die Bedeutung des Fachbereichs. Die Brandschutzerziehung sei weit über die Landkreisgrenzen hinaus anerkannt und werde weiterhin umfassend unterstützt. Neue Ausbildungsmaterialien, darunter ein modernes Rauchhaus sowie zusätzliche Brandschutzerziehungs-Koffer, sollen die Arbeit künftig weiter erleichtern.
Rektorin Doris Bodensteiner überbrachte die Grüße des Staatlichen Schulamts und hob die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Feuerwehren hervor. Brandschutz lasse sich vielfältig in den Unterricht integrieren – von Sachkunde über Mathematik bis hin zu sportlichen Übungen rund um das richtige Verhalten im Brandfall.
Praxisnahes Lernen mit „Wow-Effekt“
Neben theoretischen Grundlagen stand vor allem die Praxis im Mittelpunkt. In der Fahrzeughalle konnten die Teilnehmer verschiedene Experimente zum Brennen und Löschen selbst durchführen. Demonstrationen zeigten unter anderem die Gefahren von Brandgasen oder das Verhalten unterschiedlicher Materialien bei Feuer.
Besonderes Interesse galt Metallbränden, beschädigten Elektrogeräten sowie dem Aufbau und der Funktionsweise von Feuerlöschern. Ziel der Versuche ist es, spätere Unterrichtseinheiten anschaulich und verständlich gestalten zu können.
Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Organisation sogenannter Sicherheitstage an Schulen. Ehrenkreisbrandinspektor Uli Kraus erklärte, wie Veranstaltungen gemeinsam mit mehreren Hilfsorganisationen geplant werden können. Entscheidend seien altersgerechte Inhalte, eine gute Vorbereitung und ein klar strukturierter Ablauf.
Stadtbrandinspektor Markus Weinbeck von der Berufsfeuerwehr Regensburg vermittelte zudem Einblicke in die hauptberufliche Brandschutzerziehung. Mit Engagement und Freude könnten Kinder früh für Sicherheitsthemen sensibilisiert und zugleich für das Ehrenamt begeistert werden.
Recht, Medien und Öffentlichkeitsarbeit
Nach der Mittagspause standen rechtliche Fragen sowie der Umgang mit Medien im Fokus. Referent Heinrich Rewitzer erläuterte unter anderem den sicheren Umgang mit Fotos und sozialen Netzwerken. Besonders bei Aufnahmen mit Kindern sei eine vorherige Einwilligung der Eltern unerlässlich.
Notruftraining und Arbeit im Kindergarten
Wie Brandschutzerziehung bereits im Kindergarten gelingt, zeigte Angelika Feige anhand praktischer Beispiele. Durch das Anprobieren von Schutzkleidung verlieren Kinder Berührungsängste gegenüber Feuerwehrkräften. Auch Notrufübungen gehören zum festen Bestandteil der Ausbildung – mit realistischen Simulationen und Unterstützung der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz.
Modelle sogenannter Rauchhäuser verdeutlichten zudem eindrucksvoll, wie schnell sich gefährlicher Rauch in Gebäuden ausbreitet. Dabei wurde klar: Rauch stellt häufig die größere Gefahr dar als die Flammen selbst.
Prävention auch für Senioren
Nicht nur Kinder stehen im Fokus der Brandschutzaufklärung. Gerade Senioren gelten als besonders gefährdete Gruppe. Informationsveranstaltungen sollen helfen, Risiken im Haushalt frühzeitig zu erkennen – etwa durch defekte Elektrogeräte, Kerzen oder Feuerstätten.
Zertifikate zum Abschluss
Zum Abschluss des Seminars erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat sowie umfangreiche digitale Unterrichtsmaterialien für ihre zukünftige Arbeit. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2000 im Landkreis Neustadt/WN bereits sieben Grundseminare mit mehr als 100 Teilnehmern durchgeführt. Aktuell engagieren sich rund 120 ausgebildete Fachkräfte in 39 Feuerwehren im Bereich Brandschutzerziehung und -aufklärung.
Fachbereichsleiter Thomas Mathes zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf: „Informationen gibt es genug – jetzt gilt es, sie in die Praxis umzusetzen.“
Quelle: Thomas Mathes, Fachbereichsleiter FB 9 KFV Neustadt/WN.

