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Mehr Tote auf Oberpfälzer Straßen – Landstraßen bleiben Brennpunkt

68 Menschen verloren 2025 ihr Leben – Deutlich mehr Unfälle, weniger Schwerverletzte

REGENSBURG. Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Oberpfalz ist 2025 spürbar gestiegen. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz im aktuellen Verkehrslagebild mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 35.958 Unfälle registriert – ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber 2024.

Besonders alarmierend: 68 Menschen kamen auf den Straßen der Region ums Leben. Im Vorjahr waren es 43. Der Anstieg um 58,1 Prozent markiert einen deutlichen Rückschlag in der Verkehrssicherheitsarbeit.

Bayernweit hatte Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Unfallstatistik von 507 Verkehrstoten gesprochen – zwölf mehr als im Jahr zuvor. Während landesweit die Zahl der Schwerverletzten auf ein Allzeittief sank, zeigt sich in der Oberpfalz ein differenziertes Bild: Auch hier ging die Zahl der Schwerverletzten zurück – auf 760 Fälle, den niedrigsten Wert im Langzeitvergleich Medieninformation Verkehrslageb…. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Todesopfer massiv an.

Landstraßen als größte Gefahrenquelle

Mehr als die Hälfte aller tödlich Verunglückten in der Oberpfalz starb auf Landstraßen. 36 Verkehrstote wurden dort registriert – elf mehr als im Vorjahr Medieninformation Verkehrslageb….

Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt eine der Hauptursachen schwerer Unfälle. Zwar sank die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle insgesamt, doch 19 Menschen verloren dabei ihr Leben – mehr als doppelt so viele wie 2024 Medieninformation Verkehrslageb….

Die Polizei kündigt deshalb verstärkte Kontrollen an. Gerade auf Landstraßen soll 2026 ein Schwerpunkt liegen – analog zu den bayernweiten Maßnahmen, die Herrmann angekündigt hat.

Dramatischer Anstieg bei Drogenunfällen

Besorgniserregend entwickelt sich die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss. 83 Drogenunfälle bedeuten einen Anstieg von 27,7 Prozent. Drei Menschen kamen dabei ums Leben.

Auch die Zahl der festgestellten Drogenfahrten ohne Unfall stieg leicht an. Mehr als die Hälfte der Fälle steht im Zusammenhang mit Cannabis. Herrmann fordert vor diesem Hintergrund eine Verschärfung der gesetzlichen Regelungen.

Radfahrer und E-Scooter im Fokus

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern erreichte mit 1.386 Fällen einen neuen Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich Medieninformation Verkehrslageb…. Acht Radfahrer kamen ums Leben – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Noch deutlicher fiel der Anstieg bei E-Scootern aus: 196 Unfälle entsprechen einem Plus von 46,3 Prozent Medieninformation Verkehrslageb…. Jeder elfte E-Scooter-Unfall geschah unter Alkoholeinfluss.

Kinder und Senioren stärker betroffen

293 Unfälle mit Beteiligung von Kindern bedeuten ein Plus von 20,1 Prozent. 315 Kinder wurden verletzt, ein Kind starb.

Auch bei Senioren wurde ein Höchststand erreicht: 2.604 Unfälle mit Beteiligung von Menschen über 65 Jahren wurden registriert. 18 Senioren kamen ums Leben.

Langfristiger Vergleich zeigt gemischtes Bild

Im Vergleich zum Bezugsjahr 2019, das im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ herangezogen wird, sind die Gesamtunfälle in der Oberpfalz zwar um 4,4 Prozent zurückgegangen.

Die Zahl der Getöteten liegt jedoch deutlich über dem damaligen Wert. Gleichzeitig steigt der Fahrzeugbestand kontinuierlich – allein seit 2019 um 6,3 Prozent.

Die Bilanz für 2025 fällt damit ernüchternd aus. Weniger Schwerverletzte zeigen Fortschritte – die stark gestiegene Zahl der Todesopfer macht jedoch deutlich, dass die Verkehrssicherheit in der Oberpfalz weiter höchste Priorität behalten muss.