Landkreis Neustadt an der WaldnaabOberpfalzPolitik

Diskussionsrunde in Würzelbrunn: CSU-Bürgermeisterkandidat Kitta stellt sich den Fragen

Floß/Würzelbrunn. In Würzelbrunn hat sich CSU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Kitta bei einer offenen Diskussionsrunde den Fragen der Bürger gestellt. Eingeladen hatte die CSU zum Wahlkampfabschluss in geselliger Atmosphäre. Durch den Abend führte der stellvertretende Ortsvorsitzende Fabian Weidensteiner. Die Ortsvorsitzende Nadine Gralla-Sommer konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen; zu Beginn wurden die Grüße und die Entschuldigung der Abwesenden übermittelt.

Weidensteiner nutzte die Eröffnung, um den Rahmen zu setzen: Man wolle den Abend als Dank an Unterstützer, Helfer und alle Kandidierenden verstehen. In seiner Ansprache betonte er, dass der Wahlkampf bewusst „ruhiger“ geführt worden sei als 2020 – nicht aus Zurückhaltung, sondern aus Überzeugung: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass es an Entschlossenheit nicht fehle. Ziel sei, Projekte mit Sachlichkeit, Weitblick und Konsequenz voranzubringen und nach vorn zu schauen, statt sich an der Vergangenheit abzuarbeiten.

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 8. März zeigte sich Weidensteiner optimistisch und verwies auf das CSU-Team: 16 Kandidaten aus dem gesamten Marktgebiet – „egal ob außerhalb oder direkt im Markt“ – stünden gemeinsam hinter dem Anspruch, für Floß Verantwortung zu übernehmen. Im Anschluss stellte er die 16 Kandidierenden vor und leitete dann zum Bürgermeisterkandidaten über: „Wir brauchen jemanden, der vorangeht.“

Foto: Dieter Moser

Kitta: Kandidatur aus Verantwortung – ohne Notizzettel

Sebastian Kitta stieg bewusst ohne Manuskript ein: Wenn man nach so vielen Auftritten nicht wisse, wofür man stehe, „dann lernt man es nicht mehr“. Er bedankte sich für den Besuch und beschrieb Würzelbrunn als Ort, an dem diskutiert werde und ein Meinungsbild aus der Bevölkerung spürbar sei. Die Sichtbarkeit der Kampagne – „ich hänge ja überall“ – nahm er mit einem Augenzwinkern auf, verband sie aber mit einem klaren Punkt: Es gehe nicht um reinen Stolz auf die Heimat, sondern darum, Floß und seine Ortsteile aktiv weiterzuentwickeln.

Kitta sprach von großem Potenzial in Floß und den Ortsteilen und davon, dass man Geschichte und Identität stärker erlebbar machen könne – auch mit kleinen, kosteneffizienten Schritten. Als Beispiel nannte er ein Werbe-Banner nahe dem Rathaus, das aus seiner Sicht sinnbildlich dafür stehe, ob man den eigenen Ort „wahrnimmt“ und pflegt.

Bürgerfragen bestimmen den Abend

Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine lebhafte Debatte, die von konkreten Alltagsfragen bis zu Grundsatzthemen reichte. Kitta kritisierte wiederholt lange Projektlaufzeiten und forderte eine engere Steuerung kommunaler Vorhaben. Der Bürgermeister müsse „Brückenbauer“ und „Taktgeber“ sein, die Verwaltung als Team führen, aber regelmäßig nachhalten – „alle zwei, alle vier Wochen“ müsse man prüfen: Läuft es oder läuft es nicht?

Ein Teil der Diskussion drehte sich um Abläufe rund um die Schule, unter anderem um eine Spendenaktion. Kitta bezeichnete die fehlende Abstimmung als problematisch und verwies auf rechtliche Rahmenbedingungen, etwa bei Spendenbescheinigungen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass moderne pädagogische Konzepte heute andere Anforderungen an Ausstattung und Lernräume stellen können – die Sinnfrage sei das eine, der korrekte Weg der Umsetzung das andere.

Auch die künftige Nutzung von Gebäudeteilen und die realistische Entwicklung des Schulstandorts wurden angesprochen. Kitta wollte keine Grundsatzdebatte „Abriss oder Neubau“ neu eröffnen, betonte jedoch, dass offene Punkte – von Flächen bis zu Umfeldfragen – pragmatisch gelöst werden müssten.

Energie, Windkraft, Infrastruktur und Glasfaser: kontrovers, aber sachlich

Einen längeren Abschnitt nahm das Thema Windkraft und kommunale Energiepolitik ein. Hier gab es im Publikum deutliche Skepsis zu Rentabilität, Speicherfragen, Bürgerbeteiligung und Rückbaukosten. Kitta verwies auf Windmessungen und Wirtschaftlichkeitsnachweise als entscheidende Grundlage und warnte vor überzogenen Renditeerwartungen. Außerdem stellte er klar, dass Wasser- und Abwassergebühren rechtlich nicht durch Energieerträge quersubventioniert werden dürfen.

Weitere Wortmeldungen betrafen Wege- und Straßenzustände sowie die Mehrzweckhalle. Hier wurde der Wunsch nach sichtbaren Verbesserungen deutlich – verbunden mit der Forderung nach Prioritäten und ehrlicher Kommunikation darüber, was finanziell machbar ist. Kitta sprach sich dafür aus, Maßnahmen Schritt für Schritt und im Austausch mit Betroffenen, insbesondere Vereinen, anzugehen und Aktionismus zu vermeiden.

Beim Glasfaserausbau zeichnete Kitta ein Bild vom langen Atem: In Ortsteilen gebe es unterschiedliche Programmstände, im Kernort seien kurzfristige Fortschritte schwer zu erwarten. Aus dem Publikum kam dazu vor allem der Hinweis, dass viele Bürger „nach großem Trommeln einer Firma dann nichts mehr gehört“ hätten und mehr Klarheit wünschten.

Insgesamt blieb die Stimmung – trotz teils scharfer Kritik an Abläufen – überwiegend sachlich. Der Abend zeigte, wie groß das Interesse an direkter Aussprache ist und wie hoch die Erwartungen an transparente, nachvollziehbare Kommunalpolitik in Floß sind.