Oberpfalz

Retro-Charme: Den Steinwald auf Papier entdecken

Raus aus dem Alltag, hinein in den Herbstwald: Eine neue Wanderkarte lädt dazu ein, die Steinwaldregion zu entdecken. Sie verbindet Retro-Charme mit aktuellen Informationen für Wanderer und Radfahrer.

ERBENDORF/PFABEN. Als hätte sich der Steinwald für die Vorstellung seiner neuen Wanderkarte eigens in sein schönstes Kleid geworfen: Sonnenstrahlen fallen durch den herbstlichen Wald, Laub bedeckt den idyllischen Wandersteig. Ideales Wanderwetter begleitet die kleine Gruppe, die am Donnerstag von Pfaben aus auf dem Waldhistorischen Lehrpfad zum Zipfeltannenfelsen unterwegs ist. Ein guter Ort, um Lust auf Entdeckungen zu machen.

Wandern liegt im Trend. Seit der Corona-Zeit hat das Naturerlebnis einen neuen Stellenwert gewonnen. Auch junge Menschen zieht es gemeinsam mit Freunden nach draußen. Bewegung, Gespräche und Abstand vom stressigen Berufsalltag: Der Wald bietet Raum zum Durchatmen. Im Steinwald reicht die Auswahl vom kurzen Spaziergang bis zur ausgedehnten Tour zwischen Felsen, Aussichtspunkten und stillen Waldwegen.

Aufklappen, stöbern und die Heimat entdecken

Dazu passt ein Begleiter, der neben dem Smartphone fast nostalgisch wirkt: die Wanderkarte aus Papier. Sie findet wieder Liebhaber, die ihre Heimat auf diese Weise erkunden möchten. Aufgefaltet zeigt sie die Landschaft im Zusammenhang und lädt dazu ein, gemeinsam Wege zu verfolgen, Ziele zu suchen und die nächste Tour zu planen.

Margit Bayer, Vorsitzende der Steinwald-Allianz, möchte besonders junge Menschen für das Wandern begeistern und sie gelegentlich von ihren elektronischen Geräten weglocken. Eine Karte zur Hand zu nehmen und darin zu stöbern, vergleicht sie mit dem Lesen eines guten Buches.

„Die Natur tut gut“, sagt Bayer. „Nirgends kann man besser Stress abbauen als im Wald und am besten im Steinwald.“

Retro-Gestaltung mit aktuellen Grundlagen

Die neue Wanderkarte ist ein Gemeinschaftsprojekt des Naturparks Steinwald, der Steinwald-Allianz und des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) mit seiner Dienststelle in Windischeschenbach. An der Umsetzung beteiligt waren Kartograf Niclas Neuendorf und Mathias Koller, Referatsleiter Freizeitkarten.

Die Karte im Maßstab 1:25.000 versprüht bewusst Retro-Charme. Früher waren Wanderkarten in diesem Maßstab weit verbreitet und ein selbstverständliches Hilfsmittel, um Touren zu planen und sich unterwegs zurechtzufinden. Ein Zentimeter auf der Karte entspricht 250 Metern in der Natur.

Nach einer Änderung der amtlichen Kartenausschnitte waren zuletzt vier Kartenblätter nötig, um das Naturparkgebiet abzudecken. Die neue Ausgabe vereint die Region wieder auf einer Karte und bezieht auch die umliegenden Gemeinden der Steinwald-Allianz ein. Dafür wurde sie gezielt nach den Anforderungen der beiden regionalen Partner gestaltet.

Vom Rauhen Kulm bis zur Teichpfanne

„Das Besondere an der aktuellen Karte ist, dass sie alle Gemeinden der Steinwald-Allianz umfasst“, erläutert Elisabeth Frank, Geschäftsführerin des Naturparks. Der Kartenausschnitt geht damit über den eigentlichen Naturpark hinaus.

Die beidseitig bedruckte Karte zeigt die Region vom Rauhen Kulm bis zur Tirschenreuther Teichpfanne. Eine sogenannte Schummerung lässt Höhenzüge, Täler und steile Hänge durch Licht- und Schatteneffekte plastisch hervortreten.

Neben Wanderwegen sind Radwege, Aussichtspunkte und Wanderausgangspunkte eingezeichnet. Damit richtet sich die Karte ebenso an Radfahrer. Die dargestellten Routen stimmen mit den Touren im kostenlosen Wandermagazin der Steinwald-Allianz überein, das ausführlichere Beschreibungen liefert. Karte und Magazin lassen sich so gemeinsam zur Vorbereitung nutzen.

Ein UTM-Koordinatengitter unterstützt die Orientierung. Auch Rettungspunkte sind verzeichnet.

Natur erleben und sensible Bereiche schützen

Für den Naturpark ist die Besucherlenkung ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Besondere Schutzgebiete sind auf der Karte hervorgehoben. Besucher können dadurch erkennen, wo sensible Lebensräume liegen und besondere Regeln zu beachten sind.

Die Karte hilft dabei, Touren auf geeigneten Wegen zu planen und empfindliche Naturbereiche zu schonen. Gerade wenn mehr Menschen Erholung im Wald suchen, gehören Naturerlebnis und Rücksichtnahme zusammen.

Als persönlichen Ausflugstipp nennt Frank das Naturschutzgebiet Föhrenbühl. Dort sorgt das andere Grundgestein für eine besondere Vegetation mit Schneeheide-Kiefernwald. Auch hier gilt es, auf den vorgesehenen Wegen zu bleiben und die Schutzregeln zu beachten.

Weitere Ziele für Entdeckungstouren sind etwa der Zipfeltannenfelsen, der Saubadfelsen, der Oberpfalzturm und die Burgruine Weißenstein.

Hier gibt es die neue Wanderkarte

Die Karte kostet 9,90 Euro, erläutert Martin Schmid, Geschäftsführer der Steinwald-Allianz. Erhältlich ist sie:

  • bei der Steinwald-Allianz in Erbendorf,
  • in der Tourist-Information Friedenfels,
  • in der Geschäftsstelle des Naturparks Steinwald in Fuchsmühl.

Bestellungen sind außerdem per E-Mail an info@naturpark-steinwald.de möglich. Beim Versand fallen zusätzliche Portokosten an.

Werfen gemeinsam einen Blick auf die neue Wanderkarte (von links): Martin Schmid, Geschäftsführer der Steinwald-Allianz, Elisabeth Frank, Geschäftsführerin des Naturparks Steinwald, Mathias Koller, Referatsleiter Freizeitkarten beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV), Margit Bayer, Vorsitzende der Steinwald-Allianz, und LDBV-Kartograf Niclas Neuendorf.

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Aufklappen und die Heimat entdecken: Die neue Steinwald-Wanderkarte verbindet Retro-Charme mit aktuellen Wander- und Radwegen. Was sie bietet und wo ihr sie bekommt, lest ihr auf Oberpfalz24.de. Papierkarte oder App – womit plant ihr eure Touren?